Antenne MV teilen
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Teilen macht glücklich: So funktioniert's im Alltag

Erfahren Sie hier, wie Sie im Alltag mit ganz kleinen Gesten anderen eine Freude machen können.

“Geteiltes Leid ist halbes Leid” und “geteiltes Glück ist doppeltes Glück” - wie auch immer man es betrachtet: Teilen macht alles besser. Und dabei müssen es nicht immer die großen Gesten sein. Manchmal reichen auch schon kleine Aufmerksamkeiten des Alltags.

Ob es der Parkschein ist, den man im Vorbeigehen schnell den Herannahenden reicht oder der in Italien sehr beliebte “Caffè sospeso” - wir wollen Ihnen hier einmal ein paar kleine Teilen-Gesten vorstellen. Und die gelten nicht nur am "Tag des Teilens" (15. Juli 2020).

 

Ein paar Fakten zum Teilen

Teilen Sie gerne? Oder gibt es etwas, dass Sie lieber für sich behalten? Die Statistikdatenbank Statista hat sich dem Thema mal von zwei Seiten genähert und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Frage 1: Was würden Sie teilen?

  • 41 Prozent: DIY-Baumarktartikel 
  • 27 Prozent: Sport- und Outdoorausrüstung
  • 13 Prozent: Schmuck
  • 12 Prozent: Designerhandtaschen
  • 12 Prozent: Schuhe und Bekleidung
  • 11 Prozent: Möbel und Einrichtungsgegenstände

 

 

Frage 2: Was würden Sie, außer mit Familienangehörigen, nie mit anderen teilen?

  • 51 Prozent: Mein Auto
  • 48 Prozent: Mein Haustier
  • 47 Prozent: Meinen Computer
  • 45 Prozent: Meine Werkzeuge
  • 43 Prozent: Meine Waschmaschine
  • 43 Prozent: Meine Ferienwohnung
  • 42 Prozent: Meinen Schrebergarten

 

Doch so “groß” muss man beim Thema Teilen eigentlich gar nicht denken, denn haben Sie schon von den folgenden Dingen gehört?

Antenne MV Espresso
Antenne MV Espresso

#1 Caffé Sospeso

Der “aufgeschobene Kaffee” hat seinen Ursprung (wahrscheinlich) in Neapel. Hier existiert nämlich der Brauch, dass man beim Besuch in einem Café nicht nur seinen Espresso bezahlt, sondern auch gleich einen zweiten für jemanden, der sich vielleicht keinen leisten kann. Ist das der Fall, müsste dieser Jemand nämlich einfach ins Café kommen, nach einem Caffé Sospeso fragen und erhält den “aufgeschobenen Kaffee”.

Ein schöner Brauch, dem der Schriftsteller Luciano De Crescenzo gleich ein ganzes Buch widmete. Darin schreibt er:

In Neapel ist das so: Wenn jemand besonders glücklich ist oder gerade einen Volltreffer gemacht hat, dann zahlt er einen zweiten Espresso gleich mit, für jemanden der stattdessen gerade nichts zum Feiern hat.

Inzwischen gibt es in Neapel auch viele Restaurants, die dasselbe mit Pizza anbieten. Hier fragt man dann einfach nach einer “Pizza sospeso”. In der Regel haben die Lokalitäten bereits ausgeschildert, ob sie den “Caffé sospeso” oder die “Pizza sospeso” anbieten.

Und auch in Deutschland hat sich das Phänomen bereits herumgesprochen. Auf der Seite Suspended Coffee Germany kann man sich informieren, wo es Cafés gibt. Aber erfährt auch, wie man sich als Unternehmen oder Privatperson beteiligen kann.

 

Antenne MV Bäckerei
Antenne MV Bäckerei

#2 Brot am Haken

Hierbei handelt es sich quasi um eine Weiterführung des “Caffé sospeso”. Inspiriert von einem Bäcker in Istanbul, der hier das “Brot im Beutel” etablierte, erfand ein Hamburger Bäcker das “Brot am Haken” - Kunden können beim Einkauf ein Brot mitbezahlen und den Kassenbon an einem Haken auf einem Brett hinterlassen. So kann sich ein nächster Kunde ganz einfach an diesen Bons bedienen - wenn er es in der Not mal braucht.
 

Aus dieser Idee ist inzwischen eine ganze Bewegung bzw. eine Marke entstanden, die der Designstudent Thilo Schinkel 2013 ins Leben rief. Das Modell heißt “hey”: jedes Lokal oder Geschäft kann so das Geben und Nehmen in sein Konzept aufnehmen und Glück weitertragen. Besonders beliebt ist “hey” in München, Hamburg und Berlin.

Mitmachen kann quasi jeder und profitiert gleichzeitig vom großen Netzwerk der hey-Gemeinde. Mehr Infos dazu gibt es HIER

Antenne MV Obstbaum
Antenne MV Obstbaum

#3 Mundraub

Jeder kennt das: Da spaziert man durch die Stadt, das Dorf oder die Nachbarschaft und die Früchte im Vorgarten sehen einfach zu verlockend aus. Doch darf man da so einfach zugreifen? Leider nicht. Das Obst aus dem Garten vom Nachbarn dürfen wir nur selbst genießen, wenn es auf unser Grund und Boden fällt. Abpflücken ist nicht erlaubt. Selbst wenn ein Zweig in den eigenen Garten reicht. 

 

Bei Pflanzen oder Bäumen am Straßenrand sieht das ähnlich aus. Denn die gehören meistens dem Land oder der Stadt. Zulangen dürfen wir nur, wenn es sich um wild ausgesetzte Pflanzen handelt. Aber wie soll man das denn wissen? 

Hier kommt die kostenlose App “Mundraub” ins Spiel (nur für Android). Oder man geht (als Apple-User) auf die Internetseite mundraub.org. Hier sind mehr als 58.000 Orte registriert, wo es erlaubt ist, Obst zu pflücken. Heißt: Auch Privatpersonen, die das Pflücken ihres Obstes erlauben wollen, können sich hier registrieren. So kann man ganz einfach nach einem Ort in der Nähe suchen und sein Glück vom kostenlosen und selbst gepflückten Obst versuchen.

 

Antenne MV parken
Antenne MV parken

#4 Teilen im Alltag

Aber auch im Alltag kann man durch ganz kleine Gesten das Teilen zelebrieren. Zum Beispiel, indem man seinen noch gültigen Parkschein weitergibt.

 

Aber Achtung: Das ist nur auf öffentlichen Parkplätzen erlaubt, nicht auf privat betriebenen. Deshalb lieber vorher einen Blick auf die Nutzungsbedingungen am Automaten werfen, denn nicht immer ist sofort ersichtlich, ob es sich um einen kommunalen oder privat betriebenen Parkplatz handelt. Mehr Informationen dazu auch HIER

Und: Die Weitergabe von Bus- und Bahnfahrscheinen ist untersagt. Das verrät ein Blick in die Geschäftsbedingungen, ist aber meistens sogar auf den Tickets vermerkt: „Entwertete Einzel-, Tages- und Fahrradkarten sind nach Fahrtantritt nicht übertragbar.“

Aber auch abseits von Tickets kann man Alltag viel teilen. Wie wäre es zum Beispiel damit, den Inhalt des noch gut gefüllten Kühlschranks vor dem Urlaub nicht verkommen zu lassen, sondern einfach den lieben Nachbarn anzubieten?

Oder andere Dinge, die man nicht mehr gebrauchen kann, müssen nicht immer gleich weggeworfen oder bei ebay an den Mann oder die Frau gebraucht werden. Einfach mit einem netten Hinweis vor die Tür stellen. Hier freut sich garantiert jemand anderes.