Bild mit Stempel Fake News
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Fake News zum Coronavirus

Neben nützlichen Informationen kursieren im Internet auch viele Falschmeldungen!

Das Coronavirus ist in aller Munde und viele Menschen sind verunsichert und besorgt. Da ist es natürlich nicht hilfreich, wenn diese Ängste auch noch durch Falschmeldungen im Netz und in den sozialen Medien geschürt werden. Auch wenn inzwischen viele fundierte Informationen verbreitet und in den Köpfen der Menschen verankert sind, haben wir hier noch einmal die größten Fake News zusammengestellt, die man in Zukunft getrost ignorieren sollte, wenn sie einem wieder unter die Nase kommen.

Zudem hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius eindringlich dazu aufgerufen, die Gesetze so anzupassen, dass schnellstmöglich gegen Fake News im Zusammenhang mit dem Coronavirus vorgegangen werden müsse. Im Spiegel sagte er:

Fake News zur Versorgungslage in Zeiten der Coronakrise sind brandgefährlich. Sie können Panik, Hamsterkäufe und Konflikte auslösen und sind daher auf das Schärfste zu verurteilen.

Corona-Immunisierung durch Silberwasser

Zwiebeln, Alkohol oder einfach nur ausreichend Vitamin C. Immer wieder kursieren derzeit Falschmeldungen im Internet, wie man mit einfachen Hausmitteln dem Coronavirus den Kampf ansagen könne. Ganz vorne mit dabei ist hier auch oft das Silberwasser, genauer gesagt kolloidales Silberwasser. Hierbei handelt es sich um Wasser, in dem Silberteilchen aufgelöst wurden. Bereits in der Antike verwendete man diese Mischung zur Wundbehandlung.

Zwar gibt es Experimente, die zeigen, dass Silberlösungen Mikroorganismen bekämpfen können. Allerdings fanden diese bisher ausschließlich in Reagenzgläsern statt. Zur Wirkung am bzw. im Menschen gibt es keine Ergebnisse.

Schwimmen in Chlorwasser hilft gegen das Coronavirus

Ein Arzt aus Singapur ging mit seinem Post viral, in dem er behauptete, dass das Schwimmen in Chlorwasser das Coronavirus abzutöten. Das stimmt allerdings nur teilweise. Denn das gilt nur, wenn sich der Virus auf dem Körper befindet. Ist er bereits in diesen eingedrungen, hilft auch das Bad im Chlorwasser nicht - und schon gar nicht jenes zu trinken. Das gilt an dieser Stelle auch für jede Form von Desinfektionsmitteln.

Toilettenpapier ist mit dem Coronavirus verschmutzt

Absurder geht's kaum. Auf Facebook machte ein Post die Runde, dass alle großen Discounter ihr Klopapier zurückrufen, da die Papphüllen der wertvollen Papierrollen angeblich mit Coronaviren verschmutzt seien, weil diese in Wuhan hergestellt würden. Das handelt sich natürlich um eine Falschmeldung. Allein schon deshalb, weil Forscher davon ausgehen, dass sich Viren nicht lange genug auf Oberflächen, schon gar nicht auf so porösen wie Pappe, halten können.

Das gilt in ähnlicher Form übrigens auch für gebrauchte Kleidung. Denn auch diese Meldung verbreitete sich und warnte vor dem Kauf von Kleidung aus zweiter Hand. Beziehungsweise fragten zahlreiche Nutzer von ebay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel und Co. in den dazugehörigen Foren, ob diese Gefahr bestünde. Aber auch auf Kleidung trifft die Aussage zu, dass Viren hier nicht lange genug überleben können.

Fake News: Kaufland & andere Supermärkte schließen bundesweit

Gerade in Krisenzeiten fällt es vielen schwer, richtige Nachrichten von Satire zu unterscheiden. Momentan kursiert die Meldung der Satire-Plattform "koelner-abendblatt.de", dass im gesamten Bundesland alle Kaufland-Filialen schließen würden. Das stimmt natürlich nicht! Deswegen sah das Unternehmen sich sogar schon gezwungen, einen Facebook-Pst abzusetzen

BITTE MERKEN: Kölner Abendblatt = SATIRE

Kaufland
Kaufland

Es sind aber nicht nur Satiremeldungen im Umland, sondern auch gefälschte Meldungen aus seriösen Quellen. Nun macht ein Screenshot die Runde, der angeblich einen Artikel des Nachrichtenmagazins Focus zeigt, das schreibt, dass die größten Supermarktketten sich tagelang beraten hätten und zu dem Entschluss gekommen sind, dass sie ihre Märkte schließen müssen. Auch das stimmt nicht. Der Screenshot ist gefälscht, ein Artikel so bei focus.de nie erschienen.

Da sah sich sogar Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner (CDU) gezwungen, vor eben diesen Falschmeldungen zu warnen:

Julia Klöckner
Julia Klöckner

Des weiteren kursiert auch noch eine Sprachnachricht, die größtenteils über WhatsApp verteilt wird. Dort sagt eine Frau, dass man sich unbedingt bevorraten solle, weil sie aus sicherer Quelle wisse, dass der Katastrophenschutz bald alle Aldi-Märkte schließen wird. Aldi Nord reagierte darauf ebenfalls mit einem Post und erklärte, dass natürlich absolut nicht der Wahrheit entspricht.

IBUPROFEN MACHT CORONA GEFÄHRLICHER

"Eine Freundin von mir ist an der Uniklinik in Wien. Sie haben mal ein bisschen Forschung betrieben, warum in Italien so viele heftige Corona-Fälle aufgetreten sind. Sie haben festgestellt, dass die Leute, die mit schweren Symptomen in die Klinik eingeliefert worden sind, mehr oder weniger alle daheim Ibuprofen vorher genommen hatten", so der Wortlaut einer Sprachnachricht, die sich gerade über WhatsApp verbreitet.

Achtung: Das ist eine üble Falschmeldung, die inzwischen auch seitens der Universität Wien dementiert wurde, von der diese Information angeblich herrührte. Diese twitterte dazu:

Achtung, bei den derzeit kursierenden WhatsApp-Text- und Sprachnachrichten rund um angebliche Forschungsergebnisse der "Wiener Uniklinik" zu einem Zusammenhang zwischen Ibuprofen und Covid19 handelt es sich um #FakeNews, die in keinerlei Verbindung mit der #MedUniWien stehen.
Twitter Uniklinik Wien

KETTENBRIEF "ZWIEBEL TÖTET ALLE BAKTERIEN AUCH DEN CORONA"

Ein Kettenbrief mit folgender Geschichte aus dem frühen 20. Jahrhundert macht gerade seine Runde: Ein Arzt, der damals mit Grippe infizierte Bauern besuchte, stieß auf seiner Reise auf eine Familie, die vollkommen gesund war. Die Bäuerin meinte, dass sie in jedem Raum im Haus eine Schale mit Zwiebeln aufgestellt habe. Als der Arzt die Zwiebeln untersuchte fand er darin Grippebakterien, die Zwiebeln haben die Bakterien also absorbiert. Angeblich würden also aufgeschnittene Zwiebeln Viren und Bakterien aus dem Körper und der Luft ziehen.

Das ist jedoch völliger Quatsch: Corona ist ein Virus, kein Bakterium. Zudem werden Viren werden durch Kontakt übertragen und fliegen nicht in der Luft herum. Und: Sie brauchen vor allem auch einen lebendigen Wirt.

Fun Fact: Carmen Geiß gehörte zu den prominenten "Opfern" des Kettenbriefs und postete diesen auf ihrer Instagram-Seite.

DINGE, DIE DAS CORONAVIRUS ABTÖTEN

Immer wieder gibt es in den sozialen Medien scheinbar hilfreiche Tipps, wie sich Coronaviren am besten abtöten lassen. So würden zum Beispiel Händetrockner oder UV-Lampen SARS-CoV-2 vernichten. Noch verrückter: Der Tipp, den kompletten Körper mit Alkohol oder Chlor zu besprühen. Das ist nicht nur komplett unsinnig, sondern auch ganz schön schädlich für die Schleimhäute.

PAKETE AUS CHINA SIND GEFÄHRLICH

Auch das stimmt nicht! Wer also Waren oder Pakete aus China erhält, läuft NICHT Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, da Viren auf Gegenständen nicht lange genug überleben.

KOKAIN (WAHLWEISE AUCH CANNABIS) TÖTET CORONAVIREN

Ganz einmal davon abgesehen, dass man von Kokain sowieso die Finger lassen sollte, sollte man auch aus Angst vor Corona nicht damit anfangen. Vor allem im englischsprachigen Netzraum machte nämlich ein Bild die Runde, das aussah wie ein News-Screen eines Nachrichtensenders. Darauf zu lesen die Headline "Cocaine kills Corona Virus", also "Kokain tötet das Coronavirus". Auch hierbei handelt es sich erwiesenermaßen um eine Falschmeldung, die in Abwandlung auch mit Cannabis-Konsum verbreitet wurde.

ENKELTRICK MIT CORONA

Der Enkeltrick ist immer noch weit verbreitet und leider wird nun auch das Cornavirus zum Anlass genommen, um vor allem alte Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Bisher sind drei Fälle bekannt:

Zwei Frauen (82 und 67 Jahre) aus dem Landkreis Oberhavel erhielten am 27.02.2020 jeweils einen Anruf. Ein Mann gab sich als Enkel aus, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe und Geld für die Behandlung braucht: Ganze 100.000 Euro. Beide Frauen fielen zum Glück nicht darauf rein und informierten die zuständige Polizei.

Ein 85 Jahre alter Mann aus dem Mühlenbecker Land war jedoch leichtgläubiger. Seine Schwiegertochter rief schließlich die Polizei an, weil dieser gerade auf dem Weg sei, Geld abzuheben, nachdem erst sein vermeintlicher Sohn ihn angerufen haben soll, weil er an Corona erkrankt sei, und danach auch noch ein angeblicher Oberarzt, der meinte, dass für die Behandlung 22.000 Euro nötig werden. Der Polizei gelang es zum Glück, den Rentner rechtzeitig anzutreffen, bevor er das Geld übergeben konnte.

FAHNDUNGSMELDUNG NACH EINEM CORONA-INFIZIERTEN

Diese Meldung ist wirklich makaber: Auf Facebook kursierte ein Flyer eines Fahndungsgesuchs nach einem Mann aus Celle, der sich auf einer Reise in den Iran mit dem Coronavirus infiziert haben soll. Dort abgebildet auch ein Foto des Mannes. Der Flyer ist allerdings ein kompletter Fake und wurde anscheinend von Privatpersonen erstellt, um den Mann zu diskreditieren.

86 MENSCHEN IN EINEM BORDELL IN QUARANTÄNE

Bei dieser Meldung muss man fast schon schmunzeln, weil sie so absurd ist. Doch auch diese verbreitete sich blitzschnell über WhatsApp. Zu sehen ein Bild von besagtem Bordell und die italienische Bildunterschrift "86 Leute in einem Bordell in Valencia wegen Corona-Virus unter Quarantäne." Der WhatsApp-Nutzer, der diese Meldung weiterleitete, schrieb dazu außerdem: "Zwei ganze Wochen. Erklär das mal deiner Frau oder deinem Arbeitgeber."

Aber: Besagtes Bordell gibt es nicht einmal.

CORONA-INFIZIERTE IN CHINA VON DER POLIZEI ERSCHOSSEN

59 Sekunden Videomaterial, das zeigt bzw. zeigen soll, wie Bewaffnete durch Straßen in China laufen und Menschen blutend am Boden liegen. Auch Schussgeräusche sind immer wieder zu hören. Aber das Video ist ein Fake und aus vier teilweise schon Monate alten Videos zusammen geschnitten. Eine Szene, die deutlich Blut am Boden zeigt, stammt zum Beispiel aus einem TV-Bericht über einen Verkehrsunfall. Die Schussgeräusche aus einigen Szenen waren sogar nur Feuerwerksknaller.

MASSENANDRANG AUF SUPERMARKT IN NRW

Auf der Plattform TikTok verbreitete sich ein Video, das zeigt, wie hunderte Menschen sich vor einem Supermarkt versammeln und dabei sind, diesen zu stürmen. Unter dem Video steht "Heute in Herthen NRW #corona". Aber: Das Video stammt bereits aus dem Jahr 2011, wurde in Kiel aufgenommen und zeigte den Ansturm auf den Verkauf von Elektronikprodukten.

VIDEO ZEIGT EIN BABY, DAS MIT DEM CORONAVIRUS INFIZIERT IST

Das Video, das sich auf Facebook verbreitete, zeigt ein offensichtlich von einer Krankheit gezeichnetes Baby, das hinter einer Glasscheibe in seinem Bettchen sitzt und den Vater, der mit Mundschutz davor steht. Doch das Baby leidet nicht unter den Coronaviren, sondern ist leider an Leukämie erkrankt. Der kleine Junge heißt Binbin und bekommt hier gerade zum ersten Mal nach 90 Tagen Besuch von seinem Vater. Inzwischen soll es ihm zum Glück auch schon besser gehen.

 

Es ist wirklich traurig zu sehen, dass in den meisten Fällen mit dem Schicksal anderer und vor allem unschuldiger Menschen gespielt wird, um eine vollkommen grundlose Panik zu schüren und zu verbreiten. Deshalb: Nur vertrauenswürdigen Quellen bedingt Glauben schenken und Meldungen, die kurios erscheinen, lieber doppelt bis dreifach prüfen.