Antenne MV Corona App
Antenne MV Corona App

Corona-App: Das ist die offizielle Corona-Warn-App

Lange diskutiert, jetzt ist sie da - die offizielle Corona-App der Bundesregierung.

Das Coronavirus stellt die Welt seit Wochen vor immer neue Herausforderungen. Die größte ist dabei wohl die Suche nach der Antwort auf die Frage: Wie lassen sich Infektionen schnell verringern, wenn nicht sogar verhindern? Vor allem, da nun immer mehr Lockerungen in Kraft treten und die Mobilität im Land und in der Welt wieder steigt. 

Schon seit Beginn der Corona-Krise ist dabei auch die Auswertung von Mobilfunkdaten im Gespräch, denn das Handy bzw. das Smartphone hat nahezu jeder immer dabei.

So zeichnete das Robert-Koch-Institut zum Beispiel seit Mitte März anhand anonymisierter Kundeninformationen der Deutschen Telekom ein Bild der Mobilität in Deutschland, um abschätzen zu können, ob aktuelle Kontaktverbote ausreichen oder diese verschärft werden müssen. 

Nun ist auch die kostenlose Corona-App der Bundesregierung erhältlich, die dabei helfen soll, die Infektionsketten nachzuvollziehen

So funktioniert die Corona-App

Potentielle Kontaktpersonen von Infizierten sollen durch die App schneller gefunden und benachrichtigt werden können. Genutzt wird hierfür die Bluetooth-Funktion des Handys

Antenne MV Corona App
Antenne MV Corona App

Ist Bluetooth am Handy eingeschaltet, erkennt die Corona-App andere Handys in der Umgebung. Im Hintergrund tauschen diese Daten aus, die jedoch anonymisiert sind. Diese beinhalten Informationen über die Dauer des Kontaktes und den Abstand zwischen den beteiligten Handys. Der Ort wird jedoch nicht festgehalten. Gespeichert werden die verschlüsselten Daten dann für wenigstens zwei Wochen auf dem Handy.

Antenne MV Corona App
Antenne MV Corona App

Wird ein App-Nutzer positiv auf das Coronavirus getestet, kann er diese Information an die App melden. Dann bekommen alle Kontaktpersonen eine Mitteilung, dass sie einer infizierten Person begegnet sind - nicht wann und nicht wo, sondern nur die Information, dass es so ist. Im Anschluss sollte man dann selbst auch einen Corona-Test machen.

So sieht die Corona-App aus

Corona App
Corona App

Voraussetzungen für die Corona-App

Für den Erfolg der Corona-App gibt es eine große Voraussetzung: Sie müsste von mindestens 60 Prozent der Bevölkerung installiert werden. Nach ersten Umfragen würden dies aber nur 40 Prozent tun.

Außerdem gibt es auch technische Bedingungen:

  • Bluetooth muss ständig aktiviert sein
  • Bluetooth (vor allem bei Android-Geräten) ist anfällig für Angriffe von außen
  • iPhone: iOS 13.5 muss installiert sein (iPhone 5, 5S oder 6 fallen damit raus)
  • Android: Android 6, Bluetooth LE, Google Play Services muss laufen
  • Android ohne Google Play Services bleiben vorerst außen vor, Huawei hat aber angekündigt, dass die App auch hier bald laufen soll

 

Hier kann man sich die Corona-App herunterladen

Prinzip der Freiwilligkeit

Bei der Bluetooth-Corona-App setzt man auf das Prinzip der Freiwilligkeit. Es soll niemand gezwungen werden, die App zu installieren, man ist also auf die Mitwirkung der Bevölkerung angewiesen. Denn der Erfolg der App ist davon abhängig, wie viele Menschen diese nutzen. Und hier könnte das Problem liegen. Denn viele Menschen fühlen sehen den Nutzen einer Daten speichernden App verständlicherweise kritisch. Andererseits sind dies Möglichkeiten der Digitalisierung, die im Kampf gegen das Coronavirus durchaus nützlich sein können.

Corona-App in anderen Ländern

Deutschland ist jedoch nicht das erste Land, das über die Verwendung einer Corona-App nachgedacht hat. Österreich, Israel oder Singapur nutzen ähnliche Formen solcher Apps jetzt schon.

  • Österreich

    Hier gibt es die App “Stopp Corona” des Roten Kreuzes. Kontakte werden anhand eines sogenannten “digitalen Handshakes” aufgezeichnet, müssen also manuell bestätigt werden. Meldet sich eine Person krank, werden alle gespeicherten Kontakte informiert.

  • Israel

    Das wohl krasseste Beispiel zum Thema Corona-App: Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, werden über Mobilfunkdaten mit Hilfe des Geheimdienstes verfolgt. Wer mit eben diesen Menschen in Kontakt kommt, wird sofort per SMS benachrichtigt. In dieser wird mitgeteilt, dass man sich sofort in Quarantäne begeben soll.

  • Singapur

    Hier wird die App "Tracetogether" verwendet. Diese erkennt Nutzer, die die App ebenfalls installiert haben und schätzt die Distanz und die Dauer der jeweiligen Kontakte. Damit verbundene Daten - inklusive der Telefonnummer - werden 21 Tage verschlüsselt gespeichert. Hat man sich mit dem Coronavirus infiziert, KANN man die Daten an die Gesundheitsbehörden weiterleiten. Dort werden die Daten dann entschlüsselt und die betreffenden Kontakte benachrichtigt. Den App-Betreibern zufolge hat inzwischen jeder zehnte Bewohner Singapurs die App installiert.

  • Polen

    Hier war zu Corona-Hochzeiten bereits die App "Kwarantanna Domowa" (Hausquarantäne) im Einsatz. Personen, die sich in Quarantäne befinden, werden dadurch von der Polizei anhand GPS-Lokalisierung kontrolliert. Zu nicht festgelegten Zeiten erhalten App-Nutzer dann eine SMS und müssen innerhalb von 20 Minuten ein Foto von sich machen und abschicken. So soll nachgewiesen werden, dass die Quarantäne eingehalten wird.