Antenne MV BGE
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Bedingungsloses Grundeinkommen: Was ist das?

Das Pilotprojekt Grundeinkommen will untersuchen, welche Vorteile (und Nachteile) sich durch ein Grundeinkommen ergeben.

Es klingt wie ein Traum: Zusätzlich zum Gehalt bekommt jeder Mensch 1.200 Euro im Monat und kann damit machen, was er will. Ein Leben lang. Von der Geburt an bis zum Tod. Ein bedingungsloses Grundeinkommen - unabhängig von Alter, Stand oder Beschäftigungsstatus. Aber wie soll das funktionieren? Und wie sieht es mit eventuellen Nachteilen aus? Und geht dann überhaupt noch jemand arbeiten? Genau das will jetzt eine Studie herausfinden. Aus diesem Grund sollen mehr als 120 bedingungslose Grundeinkommen verlost werden, die über drei Jahre gezahlt werden. 

Was genau ist ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens sieht vor, dass der Staat jedem Menschen jeden Monat einen festen Betrag zahlt. Im Gegensatz zur Grundsicherung ist dieses Grundeinkommen jedoch nicht an eine Bedürftigkeit geknüpft. Heißt, JEDER bekommt dieses Geld - egal ob Arbeitsloser, Angestellter, Millionär oder auch Kind. Und das, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen.

Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder auch die Rente entfallen dann allerdings.

Ihre Meinung zum bedingungslosen Grundeinkommen

Wir möchten von Ihnen wissen, was Sie von einem Grundeinkommen halten und was Sie damit tun würden.

Antenne MV Grundeinkommen
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Warum gibt es die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens?

Befürworter sehen in der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens vor allem einen großen Vorteil: Das Ende der Existenzangst, was jedem Menschen ein würdevolles Leben ermöglicht. Zudem könnten Menschen endlich die Arbeit aufnehmen, die sie wirklich erfüllt und motiviert. Außerdem würde die finanzielle Sicherheit dazu führen, dass man sich Träume leichter erfüllt. Dazu gehört zum Beispiel auch der Schritt in die Selbständigkeit, die unter Umständen zu einer vollkommen neuen Branchenvielfalt führt.

Wie soll das bedingungslose Grundeinkommen finanziert werden?

Da es das eine Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens nicht gibt, ist es auch schwer zu errechnen. Allerdings gibt es dafür unterschiedliche Finanzierungsmodelle von privaten Spenden bis hin zu reformierten Steuersystemen. Die “einfache” Rechnung der Kritiker, das Grundeinkommen mit 83 Millionen Menschen zu multiplizieren und dem Bundeshaushalt gegenüber zu stellen, wäre also falsch. Befürworter sprechen hier deshalb lediglich von einer Umverteilung/ Erhöhung der jetzt schon vorhandenen Steuern und Freibeträge, um es einmal vereinfacht zu sagen.

Woher kommt die Studie zum bedingungslosen Grundeinkommen?

Schon seit sechs Jahren gibt es den Verein “Mein Grundeinkommen”, der seither mit Spenden von über 8 Millionen Euro 650 zufällig ausgewählten Menschen ein Ein-Jahres-Grundeinkommen von 1.000 Euro ermöglicht hat. Nun will der Verein wissen, ob genau dieses Modell gesellschaftsfähig ist. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wurde deshalb das Pilotprojekt Grundeinkommen gestartet, das aus drei aufeinanderfolgenden Studien bestehen wird. In der ersten Studie werden nun 1.500 Teilnehmer gesucht. 120 davon erhalten drei Jahre lang jeden Monat 1.200 Euro. Alle anderen Teilnehmer bilden die Vergleichsgruppe.

Wie verändert ein Grundeinkommen unsere Gesellschaft? Wir wollen es wissen!
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Was will die Studie zum bedingungslosen Grundeinkommen herausfinden?

Ziel ist es, die Faktoren Gesundheit, Digitale Revolution, Arbeit, Zusammenhalt, Demokratie und Umwelt, in Abhängigkeit von einer finanziellen Sicherheit in Bezug auf das bedingungslose Grundeinkommen zu untersuchen. Heißt zum Beispiel:

  • Bessern sich Lebenszufriedenheit und Gesundheit bei abnehmender Existenzangst?

  • Wie kann man dem Konkurrenzkampf mit Maschinen gegenübertreten und neue Arbeitsmodelle entwickeln?

  • Wenn aus “arbeiten müssen” “arbeiten wollen” wird, welche Jobs übt der Mensch dann aus?

  • Werden Neid, Vorurteile und Konkurrenzgedanken weniger, wenn jeder die gleiche Ausgangsbasis hat?

  • Lassen sich Populismus und Demokratieverdruss eindämmen?

  • Sorgt ein Grundeinkommen für ein Umdenken in puncto Konsum und Klima?

Pilotprojekt Grundeinkommen

Wer finanziert die ausgezahlten Grundeinkommen?

Ausschließlich Privatpersonen. Knapp 150.00 Menschen haben somit 122 Plätze für das Pilotprojekt finanziert. 

Mehr Informationen zum Pilotprojekt Grundeinkommen gibt es HIER

Kann man sich noch für das Pilotprojekt Grundeinkommen anmelden?

Ja, kann man. Und zwar noch bis zum 10. November 2020, da die Frist auf Grund der hohen Nachfrage verlängert wurde.

Ziel war es, 1 Million Anmeldungen innerhalb von drei Monaten zu erhalten. Binnen drei Tagen war dieses Ziel jedoch bereits überschritten.