Antenne MV 4 Tage Woche
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4-Tage-Woche: Modelle, Vor- und Nachteile

Davon träumen viele Arbeitnehmer: Weniger arbeiten und dafür keine Abstriche beim Lohn machen müssen.

Vier Tage arbeiten und drei Tage frei - was in anderen Ländern schon gelebt wird, wird in Deutschland noch heiß diskutiert. Dabei hat eine 4-Tage-Woche jede Menge Vorteile.

Gerade in Zeiten von Corona und Kurzarbeit kommt das Modell der 4-Tage-Woche wieder häufiger ins Gespräch. Schließlich lassen sich durch Verkürzung der Arbeitszeiten Arbeitsplätze und letzten Endes auch ganze Unternehmen retten. Doch auch abseits von Krisenzeiten wird das 4-Tage-Modell bei vollem Lohnausgleich immer attraktiver.

Vor- und Nachteile der 4-Tage-Woche

Microsoft Japan wagte im August 2019 ein großes Experiment und schickte seine Mitarbeiter für einen Monat bereits am Donnerstag ins Wochenende - bei gleichbleibendem Lohn. Das Ergebnis:

  • 25,4 Prozent der Arbeitnehmer haben daraufhin weniger Urlaub genommen

  • 58,7 Prozent weniger Seiten wurden ausgedruckt

  • 23,1 Prozent weniger Stromverbrauch

  • 39,9 Prozent mehr Produktivität 

Zahlen, die durchaus für sich sprechen. Hinzu kommt, dass die Motivation im Job steigt, da man weniger unter dem privaten Termindruck leidet.

Denn auch im privaten Bereich hätte eine 4-Tage-Woche jede Menge Vorteile: Mehr Zeit für Familie, Behördengänge und Arzttermine. Auch gesundheitlich habe die kürzere Arbeitswoche laut einer Studie des Bundesamtes für Arbeitsschutz große Vorteile: Der Blutdruck ist niedriger und es würde weniger Rückenprobleme geben. 

Es gibt aber nicht nur Vorteile. Denn für viele Branchen ist die 4-Tage-Woche schwieriger umsetzbar. Gerade in der Pflege oder im Dienstleistungsbereich, wo der Personalmangel jetzt schon gegeben ist, ist dieses Modell sicher nicht machbar. Zudem kann es mitunter dazu führen, dass man an den 4 Tagen noch mehr arbeitet als sowieso schon. Aus acht Stunden können nämlich schnell zehn Stunden werden, Überstunden noch nicht mit einberechnet. Das ist gerade für Alleinerziehende schwer machbar. Und auch das ist zu bedenken: Der Urlaubsanspruch kann sich je nach Anzahl der Urlaubstage reduzieren.

Welche Modelle der 4-Tage-Woche gibt es bereits?

Auch wenn die 4-Tage-Woche in Deutschland noch eher selten gelebt wird, haben sich in einigen Firmen diese zwei gängigen Modelle etabliert:

  • 4-Tage-Woche mit gleicher Stundenzahl: Man arbeitet zwar 4 Tage die Woche, allerdings bei gleicher Stundenzahl. Heißt: Die Arbeitstage werden länger, das Gehalt bleibt aber gleich. 

  • 4-Tage-Woche mit geringerer Stundenzahl: Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt hier 30 bis 32 Stunden bei dementsprechend weniger Lohn. Das ist jedoch immer noch mehr als eine Teilzeitstelle und gerade für Eltern, die ihre Kinder versorgen müssen, eine Alternative.

Wie kann das funktionieren?

Das erklärt uns Volker Michels von der XXX Lutz Unternehmensgruppe, der die 4-Tage-Woche in den Standorten Schwerin und Neubrandenburg eingeführt hat.

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