Antenne MV 100 Dinge HTM Peenemünde
Antenne MV 100 Dinge HTM Peenemünde

100 Dinge in MV: Geschichte & Museen

In die Vergangenheit reisen oder auf Entdeckungstour in spannenden Museen gehen - auch das ist in Mecklenburg-Vorpommern möglich.

Ein Museum der dramatischen Art - Bunker Eichenthal

Antenne MV 100 Dinge Bunker Eichenthal
Antenne MV 100 Dinge Bunker Eichenthal

Der Bunker Eichenthal wurde nicht als Museum gebaut. Er ist auch kein Erlebnisspielplatz für abenteuerhungrige Touristen. Er ist ein Stück DDR–Geschichte und ein ernst gemeintes und erschreckendes Bauwerk des Kalten Krieges.

Information:

Öffnungszeiten:

  • vom 15. März bis zum Ende der Herbstferien
  • täglich von 10:30-18 Uhr (17 Uhr letzter Einlass)

Anfahrt:

  • A20, Abfahrt Bad Sülze

Hinweis:

  • Besichtigungen / Führungen werden in deutscher und englischer Sprache durchgeführt. Nicht geeignet für Kleinkinder und Menschen mit Platzangst oder Anfallsleiden. Bitte achten Sie auf entsprechende Kleidung, festes Schuhwerk und eine Jacke sind notwendig.
  • Dauer der Besichtigung: ca. 45-60 Min / Temperatur im Bunker ganzjährig: ca. 12 °C

 

Tief in der vorpommerschen Erde sollte nach einem möglichen Atomschlag der militärische Funkverkehr zwischen den Partnern des Warschauer Vertrages aufrecht erhalten werden. Unter meterdicken Stahlbetondecken und mitten im Wald verbirgt der Bunker jede Menge russischer Technik zur Nachrichtenübermittlung, aber Aggregate, Pumpen, Lüfter und Anlagen, die das Überleben im Kriegsfall sichern sollten.

Heutzutage ist der Bunker im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Wenn Sie das Betonmonster betreten, wird es dunkel und mit jedem Schritt des in die Tiefe führenden Ganges kälter. Die dicke Stahltür am Eingang schließt sich. Ob man hier wieder rausfindet? Im Befehlston bestimmt der Museumsmitarbeiter, was als nächstes passiert und startet die multimediale Präsentation der Bunkerführung. Plötzlich sind Sie im Kalten Krieg angekommen und hören russische Kommandos.

Vorbei an Pumpen, Turbinen und riesigen Generatoren zur Stromversorgung der ehemaligen Funkanlage geht es zum Finale des technisch aufwendig inszenierten Rundgangs: in die Kommandozentrale. Ein riesiges Schaltpult mit unzähligen Knöpfen, Schaltern und Lämpchen. Plötzlich bebt der Boden, ein Countdown ertönt und die militärischen Kommandos aus den Lautsprechern im Raum werden hektischer. Irgendwo da oben hat es gerade eine gewaltige Bombenexplosion gegeben. Der Bunker hat sich geschüttelt. Aber es kann weiter gefunkt werden. Sofern noch jemand leben sollte außerhalb des Bunkers 302. Mit diesen Gedanken werden Sie wieder entlassen aus der feuchtkalten dunklen Bunkerhülle, der Inszenierung und der Führung im Museum der dramatischen Art. Wenn Sie sich trauen! Ein Ausflug für Menschen ohne Platzangst und solche, die den militärischen Ton des Personals als Teil des Konzeptes ansehen.

Folge 3 | 08/14/2019 | 6:20

Bunker 302 Eichenthal

Der Bunker Eichenthal ist kein Museum, das als solches gebaut worden ist. Er ist auch kein Erlebnisspielplatz für abenteuerhungrige Touristen. Er ist ein Stück DDR – Geschichte und ein ernst gemeintes und erschreckendes Bauwerk des kalten Krieges.
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In Honeckers Schlafwagen übernachten

Antenne MV 100 Dinge Honeckers Schlafwagen
Antenne MV 100 Dinge Honeckers Schlafwagen

Wer hätte das nicht gern, mal reisen wie die Staatsoberhäupter, ruhig, exklusiv, mit besonderer Ausstattung und speziellem Service? Oder zumindest mal schauen, wie die Herrschenden früher gereist sind. Das geht im historischen Bahnhof von Gadebusch. Hier steht er, der Reichsbahn-Schlafwagen von Ex-DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker.

Information:

Anfahrt:

  • Von Hamburg/ Lübeck aus über die A20 Richtung Rostock; Abfahrt Schönberg, B104 Richtung Schwerin/Rehna bis Gadebusch. Dort auf die B208 Richtung Mühlen Eichsen, dann den Heinwiesschildern zum Bahnhof folgen.
  • Von der A20 aus Richtung Rostock, Abfahrt Grevesmühlen, Richtung Mühlen Eichsen und von da auf die B208 Richtung Gadebusch.
  • Aus Schwerin fahren Sie direkt über die B104 bis nach Gadebusch.
     

Früher reisten in dem exklusiven Waggon aus dem regierungszug der DDR Politikgrößen und Spitzensportler zu Konferenzen und olympischen Spielen. Nach aufwendiger Restaurierung durch den Gadebuscher Unternehmer Holger Hempel steht der Waggon aus dem Jahr 1968 nun in originalgetreuer Farbgebung und Ausstattung auf einem speziellen Gleis und verfügt über sechs Doppel-Schlafabteile, WC und eine Gemeinschaftsdusche.

Wie es sich im Schlafwagen gehört, wird in Doppelstockbetten übernachtet, mit Blick auf den Schrank in Sprelacart-Optik. Doch heute müssen Sie nicht mehr prominent oder Regierungsmitglied sein, um hier zu übernachten. Mit ein paar Mausklicks über die Webseite des Besitzers buchen Sie sich Ihr Schlafabteil in geschichtsträchtiger Umgebung.

Stichwort Geschichte. Ein paar Meter neben dem Honecker-Schlafwagen findet man den historischen Bahnhof Gadebusch, gebaut für die Eröffnung der EIsenbahnstrecke Schwerin-Rehna 1897. Als die Strecke nicht mehr befahren wurde, verfiel das wunderschöne Bahnhofsgebäude zusehends. Dank der Initiative von Holger Hempel wurde der Bahnhof saniert und zum modernen Restaurant mit dem Flair des historischen Bahnhofs umgebaut. So besteht der Tresen im Gastraum aus der Front einer Dampflok. Die sieht nicht nur original aus, sondern dampft und pfeift genauso wie ihre eisernen Vorfahren aus dem letzten Jahrhundert. Das kleine Restaurant bietet Platz für 34 Gäste. Im Sommer können Sie auf der großen Sonnenterrasse mit Blick auf den Gadebuscher Burgsee Kaffee oder leckere Gerichte der bodenständigen mecklenburgischen Küche genießen. Inzwischen ist der Gadebuscher Bahnhof auch für Promis ein beliebtes Ziel. So gastierten hier bereits die Puhdys, Silly oder der Liedermacher Hans-Eckhardt Wenzel.

Folge 4 | 09/11/2019 | 8:35

Übernachten in Honeckers Salon-Schlafwagen in Gadebusch

Wer hätte das nicht gern, mal reisen wie die Staatsoberhäupter, ruhig, exklusiv und mit besonderer Ausstattung und speziellem Service? Oder zumindest mal schauen, wie die Herrschenden mal gereist sind. Das geht im historischen Bahnhof von Gadebusch. Hier steht er, der Reichsbahn-Schlafwagen von Ex –DDR Staats- und Parteichef Erich Honecker.
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Die unfassbare Geschichte der Dorfrepublik Rüterberg

Antenne MV 100 Dinger Rüterberg
Antenne MV 100 Dinger Rüterberg

Was kann man in Rüterberg erleben? Die Freiheit. Die Freiheit, von der Ringstraße des Dorfes direkt an die Elbe zu gehen und als Angler Hecht, Zander oder Barsch nachzustellen. Oder auf dem Elbdeich von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen zu radeln, mit Blick auf den ehemaligen Grenzfluss zwischen DDR und BRD.

.Information:

Anfahrt

  • A14, Abfahrt Ludwigslust Süd, B191 Richtung Dannenberg/ Uelzen. Hinter Neu Kaliß B195 Richtung Boizenburg, nach knapp 3 km links nach Rüterberg

 

Rüterberg liegt auf einer Landzunge und war zwischen 1967 und 1989 komplett eingezäunt. Ein besonderes Grenzdorf auf DDR-Gebiet mit besonderen regeln. Wer sich in bisschen Zeit nimmt und Menschen in Rüterberg anspricht, trifft noch den einen oder anderen “Ureinwohner”, der erzählen kann, wie abgeschnitten die Rüterberger in der DDR gelebt haben. Die Dorfbewohner, auch wenn sie direkt an der Elbe wohnten, durften nicht an den Fluss. Ein hoher Metallzaun hinderte sie daran. Die Grenze zum Westen.

Unglaublich scheint heute, dass auch das Verlassen des Ortes in östliche Richtung ein problem war. Nur zwischen 5 und 23 Uhr, nur mit gültigem Ausweis und einem Passierschein durften die Rüterberger raus aus ihrem eingezäunten Wohnort. Immer bewacht von schwer bewaffneten Grenzsoldaten. Wer zu späterer Zeit wieder zurück nach Hause wollte, musste in seinem Trabant bis morgens um 5 Uhr am Grenzzaun warten. Heute erinnern mehrere Grenzzaunteile am Elbufer an die unvorstellbare Trennungssituation. Am 8. November 1989 erklärten sich die Rüterberger nach dem Schweizer Vorbild der Dorfgemeinschaften zur selbstständigen “Dorfrepublik”, um die untragbare Situation zu beenden - nicht ahnend, dass am folgenden Tag die Mauer würde. So verschwanden die Kontrollen und Zäune ohnehin - die “Dorfrepublik” aber blieb.

Heute können Sie ohne Passierschein mit Ihrem Wohnmobil gegen Gebühr auf dem Wohnmobilstellplatz übernachten. Von hier aus starten Sie Ihre Radtour, Ihren Paddelbootausflug oder Ihren Angeltrip. Wer kein Wohnmobil hat und trotzdem länger bleiben möchte, kann auch einen ehemaligen Grenzwachturm mieten.

Folge 5 | 09/27/2019 | 5:12

Dorfrepublik Rüterberg erleben

Wie ein Dorf bis 1989 vom Sozialismus eingekesselt worden ist, und wie es hier heute aussieht. Das ist das Thema des Podcast.
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Historisch-Technisches Museum Peenemünde

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Antenne MV 100 Dinge HTM Peenemünde

Es gibt wohl kaum eine historische Stätte auf der Welt, in der Nutzen und Risiken technischer Entwicklung enger miteinander verflochten sind, als in Peenemünde. Wenn Sie wissen wollen, wie aus dem schrecklichen Raketenerbe Hitlerdeutschlands später die friedlichen Mondmissionen wurden, dann besuchen Sie das Historisch-Technische Museum auf der Insel Usedom.

Foto: HTM Peenemünde

Information:

Öffnungszeiten:

  • Apr.–Sep. 10-18 Uhr, Okt.-März 10-16 Uhr. In den Wintermonaten montags geschlossen.

Eintritt:

  • 8 Euro, erm. 5 Euro

Anfahrt:

  • Über Wolgast die B111 nach Usedom, dann über Trassenheide und Karlshagen nach Peenemünde. Das Museum ist ausgeschildert.

 

 

 

Schon der lange Weg durch den teilweise dunklen Küstenwald, der ins Nirgendwo zu führen scheint, birgt etwas Geheimnisvolles. Den Nationalsozialisten galt die frühere Heeresversuchsanstalt als eines der bestgehüteten Geheimnisse.

Hier in Peenemünde wurde aus den Versuchen mit dem Aggregat 4, die als Rakete erstmals von der Erde aus an die Tür des Weltraums klopfte, später die berüchtigte V2, die Tod und Verderben aus großer Entfernung brachte und die spätere Hochrüstung durch Raketentechnik begründete. Aber die Entwicklung der Trägerrakete und ihre Pläne verhalfen 1969 der Menschheit auch dazu, erstmals den Mond zu betreten. Eine Nachbildung des berühmten schwarz-weis karierten Flugkörpers kann auf dem Gelände bestaunt werden.

Peenemünde steht aber nicht nur für Raketentechnik: Das frühere Kraftwerk der Heeresversuchsanstalt beispielsweise ist mit seinen 1.000 Quadratmetern das größte Industriedenkmal in Mecklenburg-Vorpommern. Staunend, meist stumm, stehen Besucher vor diesem Backsteingiganten.

Insgesamt 25 Quadratkilometer groß ist das Museumsareal mit seiner Denkmal-Landschaft am nordwestlichen Zipfel Usedoms – das größte Flächendenkmal Deutschlands. Ruinen, die grausame, aber auch spannende Geschichten erzählen können, technische Geräte, die langsam verwittern, sind stumme Zeugen ihrer Zeit. Das Museum ist heute auch internationale Begegnungs- und Kulturstätte und wurde 2002 für friedensfördernde Aktivitäten mit dem Nagelkreuz von Coventry ausgezeichnet. Dieses gilt als Zeichen der Versöhnung und des Friedens sowie als Symbol für eine gemeinsame Zukunft.

Folge 24 | 03/12/2020 | 7:53

Von der Kriegswaffe zur ersten Mondmission

Es gibt wohl kaum eine historische Stätte auf der Welt, in der Nutzen und Risiken technischer Entwicklung enger miteinander verflochten sind, als in Peenemünde. Wenn Sie wissen wollen, wie aus dem schrecklichen Raketenerbe Hitlerdeutschlands später die friedliche Mondmission wurde, dann besuchen Sie das Historisch-Technische Museum in Peenemünde auf der Insel Usedom.
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Astronomische Zeit ablesen

Antenne MV 100 Dinge astronomische Uhr
Antenne MV 100 Dinge astronomische Uhr

Eine der ältesten astronomischen und noch funktionierenden Uhren steht in Rostock. In der Marienkirche verrichtet die elf Meter hohe Uhr ihren Dienst, und das seit 1472. Allein die quadratische Uhrscheibe hat eine Fläche von etwa 16 Quadratmetern. Abzulesen sind daraufhin einem faszinierenden Zusammenspiel von Laufwerken nicht nur Uhrzeit und Datum, sondern auch das Tierkreiszeichen, der Stand der Sonne, die Mondphase und vieles mehr.

Information:

Öffnungszeiten:

  • Montag bis Samstag 11.30 Uhr bis 16 Uhr

Eintritt:

  • kostenlos (Bitte um freiwillige Spende von 2 Euro)
  • Führungen zwischen 2,50 Euro und 5 Euro

Anfahrt:

  • A20 oder A19 nach Rostock. Die Marienkirche befindet sich in der Innenstadt. Dort finden sie verschiedene kostenpflichtige Parkmöglichkeiten. Für Führungen durch Gewölbe und Turm beachten: Es gibt keinen Fahrstuhl.

 

Das technische Wunderwerk hat Schwestern in Straßburg, Danzig und Lund. Aber nur die Rostocker Uhr funktioniert bis heute mit ihrem mittelalterlichen Laufwerk. Anders als heutige Uhren ist die astronomische Uhr eine „ganze" Uhr - auf dem Ziffernblatt finden sich nicht zwölf Stundeneinteilungen, sondern 24. Dafür hat sie nur einen Zeiger - für die Stunde. Mit etwas Übung ist die Uhrzeit auch inklusive der Minuten ablesbar.

Jeden Tag zur gleichen Zeit wird die Uhr mit ihren fünf Laufwerken von ehrenamtlichen Mitarbeitern aufgezogen und wieder in Gang gesetzt. Das ist unter anderem Voraussetzung dafür, dass pünktlich zu jeder vollen Stunde das Glockenspiel ertönt. Mittags um zwölf ist der Apostelumgang zu sehen - von der Uhr gesteuert erscheinen die Apostel und lassen sich segnen.

Die Marienkirche hat aber noch mehr zu bieten. 1232 erstmals urkundlich erwähnt, hat sie eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Verschiedene Bau- und Kunststile, aber auch historische Ereignisse fanden in Um- und Anbauten, Ausstattung, Malereien und auch Zerstörungen ihren Niederschlag.

Vor fast 600 Jahren wurde in der Kirche die Rostocker Universität gegründet, und bis heute findet hier zu Semesterbeginn der Gottesdienst für die neuen Studenten statt. Zu Wendezeiten im Herbst 1989 versammelten sich viele Rostocker in der Kirche zu Friedensgebeten. Viele Andachten hielt Bundespräsident a.D. Joachim Gauck. Er war damals Pastor im Stadtteil Evershagen.

Alte Ostblock-Technik in Aktion erleben

Antenne MV 100 Dinge Technikmuseum Pütnitz
Antenne MV 100 Dinge Technikmuseum Pütnitz

Wer das Technikmuseum in Pütnitz besuchen will, muss wissen, dass es kein normales Museum ist. Hier gibt es keine schicke Empfangshalle, dafür riesige Flugzeughallen mit beeindruckender Dachkonstruktion, voll mit Technik aus dem ehemaligen Ostblock. Autos, Mopeds, Kettenfahrzeuge und sogar einen Hubschrauber, der vorgeführt wird, kann man sich ansehen.

Information:

Öffnungszeiten:

  • Juni: Samstag bis Sonntag 10:00 Uhr - 16:00 Uhr, Juli bis August: Dienstag bis Sonntag 10:00 Uhr - 16:00 Uhr, September: Dienstag bis Sonntag 10:00 Uhr - 16:00 Uhr, Oktober: Samstag bis Sonntag 10:00 Uhr - 16:00 Uhr

Eintritt:

  • Erwachsene ab 17 Jahre: 8 Euro, Kinder von 7 bis 16 Jahre: 4 Euro

Anfahrt:

  • B105 östlich von Ribnitz-Damgarten Richtung Saal abbiegen. Nach 2,5 km links abbiegen in die Flugplatzallee, dann immer geradeaus

 

Wenn man das riesige Gelände betritt, atmet man die wechselvolle Geschichte des Areals ein. Von den 1930er-Jahren bis 1945 wurden dort Seeflieger ausgebildet, nach dem Krieg war es eine Boddenwerft, danach stationierten die sowjetischen Militärs hier den Stab der 16. Gardejagdfliegerdivision. Nach dem Abzug der Sowjetarmee verfiel das Gelände zusehends. Seit 2001 kümmert sich der Technikverein Pütnitz um Hallen, Gelände und vor allem um historische Fahrzeuge und Technik des ehemaligen Ostblocks. In drei denkmalgeschützten ehemaligen Flugzeughallen hat der Verein inzwischen 750 verschiedene Fahrzeuge gesammelt und ausgestellt.

Vom Simson Moped bis zur Tschaika findet man hier fast jedes gängige Fahrzeug des ehemaligen Ostblocks, dazu militärische Fahrzeuge, Lkw und Panzer. Auf extra angelegten Geländebahnen demonstriert ein Instrukteur die großen Kettenfahrzeuge. So können Sie physikalische Gesetzmäßigkeiten als Passagier aus einer ganz anderen Perspektive erleben. Einen Geländewagen vom Typ Lada Niva, einen riesigen russischen Lkw sowie einen Gelenk-Omnibus dürfen Sie unter Anleitung sogar selbst fahren. Ein unvergessliches Erlebnis, das sonst nirgendwo in Deutschland möglich ist.

Antenne MV-Tipp: Noch mehr Technik und Technikbegeisterte erleben Sie beim jährlich im Sommer stattfindenden Ostblock-Fahrzeugtreffen. Dann kommen Menschen aus ganz Europa mit ihren privaten Oldtimern, egal ob Autos, Lkw oder Flugzeug, nach Pütnitz. Alle weiteren Events finden Sie auf der Website des Technikmuseums.

Sich in Ahrenshoop inspirieren lassen

Antenne MV 100 Dinge Ahrenshoop
Antenne MV 100 Dinge Ahrenshoop

Dass die Ostsee und die für Vorpommerns Küste typischen Boddengewässer eine ganz besondere Wirkung auf den Geist haben, haben schon vor über hundert Jahren zahlreiche Künstler entdeckt. Ende des 19. Jahrhunderts zog es einige Maler raus in die Natur. Das Fischerdorf Ahrenshoop entwickelte sich zur Künstlerkolonie und ist es bis heute geblieben.

Information:

Öffnungszeiten:

  • Juni: Donnerstags bis Sonntags, 12 – 17 Uhr

Eintritt:

  • Erwachsene 10 Euro, Studenten 5 Euro, Schüler 4 Euro, Kinder bis 6 Jahre

Anfahrt:

  • Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst liegt nördlich der B105 zwischen Ribnitz-Damgarten und Stralsund. Vor allem im Sommer ist der Bus ab Bahnhof Ribnitz Richtung Barth eine gute Alternative zum Auto.

 

 

Die „Idylle zum Malen" faszinierte die Menschen damals wie heute. Ahrenshoop ist noch immer vor allem ein Ort der Kunst: Kaum irgendwo sonst finden Sie so viele Galerien pro Einwohner. Aber nicht nur Maler und Zeichner, auch Bildhauer, Schriftsteller, Musiker, Designer oder Fotografen präsentieren hier ihre Werke. Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gelegen, hat sich Ahrenshoop zu einem absoluten Highlight an der Ostseeküste entwickelt. Der Ort ist sowohl für Kunst- als auch für Naturliebhaber etwas ganz Besonderes. Sie werden feststellen, dass die Lichtverhältnisse durch die nahe Ostsee im Nordwesten und den Bodden im Südosten einmalig sind. Die reizvolle Landschaft mit Steilufer und flachem Sandstrand, mit windschiefen Bäumen und alten Bauernkaten hat sich ihren Charme bewahrt.

An einem Gebäude kommen Sie in Ahrenshoop nicht vorbei. Es sticht vor allem durch seine Bauweise hervor: das 2013 eröffnete Kunstmuseum. Nachempfunden ist es den traditionellen Reetdachhäusern. Es besteht aus fünf solchen Häusern, zwischen denen ein Flachdach gespannt ist, das alles zu einem großen Gebäudekomplex verbindet. Erst aus direkter Nähe erkennen Sie die Metalltafeln, die das traditionelle Rohrdach symbolisieren. Die Dächer haben keinen First: Er ist durch ein einzigartiges Oberlicht ersetzt. Integrierte Prismen sorgen dafür, dass Tageslicht hereinfällt und im Raum kein Schatten wahrgenommen wird. Ein mehrfach preisgekröntes Lichtkonzept.

Wenn Sie außen schon gestaunt haben, seien Sie gespannt auf das Innere. Das private Museum verfügt über mehr als 800 Werke aus 125 Jahren Künstlerkolonie. Das Museum bietet neben Führungen auch Workshops für alle Altersgruppen, aktuelle Infos dazu auf der Website.

Leben wie früher in Klockenhagen

Antenne MV 100 Dinge Klockenhagen
Antenne MV 100 Dinge Klockenhagen

Kaffeetassen, Kugelschreiber oder Kronkorken: Sammeln kann man ja so einiges. In Klockenhagen werden seit 1970 Bauernhäuser gesammelt, die an ihren ursprünglichen Standorten fachgerecht ab- und dort wieder aufgebaut wurden. Das Ergebnis heute ist ein lebendiges Dorf, das einen beeindruckenden Einblick in das Leben von früher bietet.

Information:

Öffnungszeiten:

  • April bis Juni sowie September/Oktober: 10.00 - 17.00 Uhr, Juli bis August 10.00 - 18.00 Uhr

Eintritt:

  • Erwachsene 8  Euro, Kinder (3 bis 17 Jahre) 3 Euro

Anfahrt:

  • Das Freilichtmuseum liegt ca. 10 km westlich von Ribnitz-Damgarten. A19, Abfahrt Rostock-Ost (6), B105, Richtung Stralsund. Nach knapp 20 km links abbiegen Richtung Dierhagen, nach 2 km an der Kreuzung links

 

Rund 20 Gebäude stehen auf dem fünf Hektar großen Gelände, das älteste stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Vom Bauernhaus über Fachwerkdorfkirche, Bockwindmühle und Backofen bis hin zum Trockenklo reicht das Ensemble. Und das alte Dorf lebt! Die Museumskirche wird tatsächlich für Gottesdienste genutzt, im Dorfladen kaufen Sie ein, Sie riechen den Kräutergarten und kosten im Museumsrestaurant traditionelle Küche. Typische Handwerke und Hausarbeiten können Sie beobachten und sich auch selbst darin versuchen: Brot backen, spinnen, filzen, schmieden oder Holz mit urtümlichen Werkzeugen bearbeiten. Einzigartig ist auch die Frisierstube aus den 1930er Jahren - diesen Friseurbesuch vergessen Sie nie!

Lebendig wird das Museum zudem durch landestypische, alte Haustierrassen wie das Rauwollige Pommersche Landschaf, Pommernenten, Mecklenburgische Kaltblutpferde oder Sattelschweine. Während der Ferienzeit gibt es viele verschiedene Veranstaltungen, etwa die Diesel- und Dampftage, das Tonnenfest oder Termine zum Thema Ernte. Übrigens: Sie können das Museum auch per historischer Kutsche erkunden - einfach spätestens einen Tag vorher anmelden, dann stehen die Pferde für Sie bereit.+

Antenne MV-Tipp: Ganz in der Nähe des Freilichtmuseums finden Sie das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten und das Kunstmuseum Ahrenshoop. Hierfür sind jeweils Kombikarten erhältlich, mit denen der Eintritt günstiger wird.

Das Gold des Nordens entdecken

Antenne MV 100 Dinge Bernstein
Antenne MV 100 Dinge Bernstein

Der Begriff Bernstein kommt aus dem Mittelniederdeutschen und bedeutet so viel wie „Brennstein“. Ein Hinweis aufeine Eigenschaft des Materials: Bernstein brennt. Entstanden ist die in der Ostsee häufigste Bernsteinart vor rund 50 Millionen Jahren aus Baumharz- und noch immer ranken sich mystische Geschichten um das Gold des Nordens.

Information: 

Öffnungszeiten:

  • April bis Oktober täglich 9.30 - 18.00 Uhr, November bis März - Dienstag bis Sonntag 9.30 - 17.00 Uhr

Eintritt:

  • Erwachsene 8,50 Euro, Kinder (4 bis 16 Jahre) 4 Euro

Anfahrt:

  • Ribnitz-Damgarten liegt an der B105 zwischen Rostock und Stralsund. Parkmöglichkeiten auf dem Marktplatz und auf dem Großparkplatz Gänsewiese.

 

Selbst Bernstein suchen ist enorm (ent-)spannend. Als gute Fundplätze gelten die Strände von Usedom, Hiddensee und Rügen - auch auf dem Darß kann man fündig werden. Am größten sind die Chancen nach einem kräftigen Sturm im Frühjahr oder Herbst, wenn der leichte Bernstein hochgewirbelt und an die Küsten gespült wird.

Wie lang ist die längste Bernsteinkette der Welt? Um den Hals tragen kann man sie definitiv nicht. Mit 178,6 Metern hat sie sich einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde gesichert. Im Deutschen Bernsteinmuseum sind über 1.500 Stücke ausgestellt, die Natur- und Kulturgeschichte über Jahrtausende dokumentieren: filigrane Schmuckstücke, Kunstwerke aus der Zeit des legendären Bernsteinzimmers oder spektakuläre Strandfunde.

Wie aus einem rohen Bernstein mit matter oder vom Ostseesand geschliffener, aber unregelmäßiger Oberfläche ein Schmuckstück wird, ist im Kinder-Bernsteinland zu erleben. Hier können die Kleinen den Strandfund zu einer Kostbarkeit schleifen. Entdecker gehen auf Zeitreise in der Naturgeschichte. Millionen Jahre alte Einschlüsse im Bernstein geben unter dem Mikroskop einen spannenden Blick auf urzeitliche Insekten und Pflanzen.

Das Deutsche Bernsteinmuseum befindet sich im Kloster Ribnitz, dem einzigen Kloster des Klarissenordens im Norden. Hier erfahren Sie unter anderem auch, was es mit Beata, der einzigen Heiligen aus Mecklenburg, auf sich hat und wie es mit dem Kloster nach der Reformation weiterging: Es entstand ein sogenanntes Damenstift, das zwölf unverheirateten Frauen aus dem mecklenburgischen Landadel und der Rostocker Bürgerschaft Unterkunft und Verpflegung gewährte.

Auf Schliemanns Spuren in die Antike reisen

Antenne MV 100 Dinge Schliemann
Antenne MV 100 Dinge Schliemann

Ein Trojanisches Pferd in Ankershagen - in der Nähe des Müritzkreises? Passt historisch nicht zusammen? Doch! Denn hier in dem kleinen Dorf wuchs Heinrich Schliemann auf, der später für die Ausgrabung des sagenhaften Trojas berühmt wurde. Als gewiefter Geschäftsmann hatte er es zu einigem Reichtum gebracht und konnte damit seine Studien zur Antike finanzieren.

Information:

Öffnungszeiten:

  • Mai bis Okt. 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen; Nov. bis April Di-So 10 bis 16 Uhr

Eintritt:

  • Erwachsene 6 Euro, Schüler bis 16 Jahre 3 Euro, Kinder unter 6 Jahren frei, Familienkarte 15 Euro

Anfahrt:

  • A24, Abfahrt Waren, dann B192 Richtung Waren, durch Waren durch Richtung Penzlin/Neubrandenburg. In Möllenhagen hinter der Tankstelle Richtung Ankershagen abbiegen, von dort noch ca. 6 km.

 

Das Pfarrhaus, in dem Schliemann mit seinen Eltern und Geschwistern in Ankershagen lebte, ist heute das einzige noch erhaltene Wohngebäude der Familie in Mecklenburg und der Standort des Schliemann-Museums. Bis zu seinem neunten Lebensjahr wohnt und lebt Heinrich Schliemann in der Dorfidylle. Doch den jungen Schliemann treibt die Sehnsucht nach der weiten Welt. Über Holland und Russland geht er nach Amerika, wo er bei einer Goldgräberbank reich wird. Mit nicht einmal 50 Jahren hat er genug Geld und Wissen gesammelt, um sich seinen Traum zu erfüllen, die sagenumwobene Stadt Troja zu finden. Zwei Jahre später entdeckt er bei Ausgrabungen tatsächlich den legendären „Schatz des Priamos".

Der Fund dieser wertvollen Stücke - unter anderem goldene Kelche, Knöpfe und Schmuck von unschätzbarem historischen Wert - brachte Schliemann weltweite Bekanntheit ein. Den Schatz schenkt Schliemann „dem Deutschen Volke zu ewigem Besitze und ungetrennter Aufbewahrung in der Reichshauptstadt". Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwindet der Fund an einen geheimen Ort in Russland. Erst 1994 offenbaren die russischen Behörden deutschen Wissenschaftlern den Besitz des Schatzes und stellen ihn seitdem im Puschkin-Museum Moskau aus. In Ankershagen sind dennoch Originalfunde aus Troja zu sehen, außerdem hervorragende Nachbildungen des „Schatzes des Priamos" und der Königsgräber von Mykene. Außerdem findet man dort viele in Schliemanns Autobiografie beschriebene Orte wie die Kirche aus dem 13. Jahrhundert, das Grab seiner Mutter mit dem imposanten Grabkreuz oder das Hügelgrab „Goldene Wiege". Außerdem eine Nachbildung des Trojanischen Pferdes als beliebtes Spielgerät für Kinder.

Folge 26 | 06/24/2020 | 8:41

Das Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen

Das Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen wurde im Jahre 1980 im ehemaligen Elternhaus des bekannten Archäologen eingerichtet, einem Pfarrhaus aus dem 18.Jahrhundert. Im mecklenburgischen Dorf Ankershagen verlebte der weltberühmte Altertumsforscher Heinrich Schliemann von 1823-1831 acht Jahre seiner Kindheit. Als kaum Achtjähriger will er hier den Entschluss gefasst haben, später einmal Troja auszugraben.
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Im kaiserlichen Postamt in Wolgast wohnen

Antenne MV 100 Dinge Postel
Antenne MV 100 Dinge Postel

Genießen Sie Ihre Ferientage doch mal in einem alten Postamt! Seit 2014 ist das Gebäude aus der Gründerzeit ein ganz besonderes Hotel mitten in Wolgast. Die Betreiber behielten den Charme des Klinkerbaus und seiner früheren Funktion bei und erfanden für ihr Haus das inzwischen geflügelte Wort POSTEL.

Information:

Anfahrt:

  • A20, Abfahrt Gützkow, dann B111 bis Wolgast. Das Postel liegt auf der linken Seite am Platz der Jugend. Mit dem Zug: DB bis Züssow, Bäderbahn bis Wolgast Hafen. Von dort 600 m zu Fuß. Das Gepäck kann von der Postkutsche geholt werden.

Man kann die Stempelfarbe noch förmlich riechen und glaubt, das Klopfen der Stempel zu hören, wenn man durch das verzierte Tor zum POSTEL in Wolgast tritt. Auch sonst erinnert im Inneren alles an die jahrzehntelange Funktion des 1884 erbauten, imposanten Gebäudes, das 120 Jahre lang ein Postamt war.

 

 

Nach einigen Jahren Leerstand hatten die heutigen Betreiber eine „post-moderne" Idee: Sie wollten die alte Post wieder zu einem Treffpunkt machen! Das POSTEL war geboren. Im historischen Look hat es im Inneren alles, was eine moderne Herberge mit Hotelcharakter bieten kann - und noch etwas mehr. Freiräume mit großem Coolness-Faktor wie ein Indoorsoccer, in dem man neben Fußballspielen auch Indoorcampen kann, den Postelpark mit Lagerfeuerplatz und Hängematten, große Räume für Chor- und Bandproben oder Tanzkurse auf Sportparkett. Gleichzeitig hat man den Charme der Kaiserzeit und folgender Jahrzehnte erhalten: vom Briefkasten über den Münzfernsprecher und Gegenständen aus weit über 100 Jahren Postgeschichte. So ist das POSTEL nicht nur gemütliche Herberge, sondern auch ein kleines Museum.

Eingecheckt wird in der herrschaftlichen Schalterhalle, für Ihre Übernachtung haben Sie die Wahl: Doppelzimmer, Familienzimmer, Ferienwohnung oder nur ein Plätzchen im Schlafsaal. Jeder Raum ist individuell eingerichtet. Schon im Jahr nach der Eröffnung erzielte das Hotel für sein einmaliges Konzept den Deutschen Tourismuspreis.

Wie die Christel von der Post, gelangt man heute noch per Fahrrad in die reizvolle, seen- und flussreiche vorpommersche Küstenlandschaft, in traditionelle Fischerdörfer oder über die imposante Peene-Brücke auf die Insel Usedom mit ihren langen Sandstränden.

Im Spielzeugmuseum Kind sein

Antenne MV 100 Dinge Spielzeugmuseum
Antenne MV 100 Dinge Spielzeugmuseum

Ein kleines „Spielzeugmuseum" hat wohl jeder im Keller oder auf dem Dachboden. Liebe Erinnerungen an die eigene oder die Kindheit der Söhne und Töchter. Erhard Diller ist ein Mann anderer Dimensionen: Er hat im Spielzeugmuseum Peenemünde rund 50.000 Stücke aus drei Jahrhunderten gesammelt, teilweise repariert und ausgestellt

Information:

Öffnungszeiten:

  • täglich von 10 bis 18 Uhr

Anfahrt:

  • B111, an der Kreuzung Bannemin Richtung Peenemünde. In Peenemünde an der ersten Kreuzung rechts in die Bahnhofstraße, dann links in die Museumsstraße abbiegen. Nach Peenemünde fahren Sie auch bequem mit der Usedomer Bäderbahn UBB. Von der Endhaltestelle sind es noch 300 m.

 

An Spielzeugen hängen Erinnerungen und viele Emotionen: Die erste Puppe, die Carrera-Bahn, der Kaufmannsladen, der heiß ersehnte Lego-Kasten. Im Spielzeugmuseum Peenemünde drehen Sie die Zeit zurück und finden vieles fast Vergessene wieder: den klassischen Teddybären, Märchenfiguren, Modellautos und -eisenbahnen, Pittiplatsch, Cowboy- und Indianerfiguren sowie verschiedene Brettspiele.

Aber nicht nur Erwachsene, auch Kinder staunen hier, wenn sie sehen, womit ihre Eltern oder auch Oma und Opa gespielt haben. Einiges hat sich im Aussehen und in der Vermarktung über die Jahrzehnte verändert, ist im Prinzip aber gleich geblieben, Murmeln und Kreisel etwa. Anderes Spielzeug spiegelt einen bestimmten Zeitgeist wieder oder hat einen geschichtlichen Hintergrund. Erhard Diller ist es gelungen, auch diese Seite zu beleuchten: Spielzeug als Mittel, bestimmte Ideologien schon im Kinderzimmer zu verwurzeln. Selbst Kriegsspielzeug, dessen Produktion heute in vielen Ländern verboten ist, findet hier seinen Rahmen und eine Einordnung.

Als Besucher finden Sie immer wieder Details und einzelne Stücke, die in Ihrer persönlichen Geschichte eine Rolle gespielt haben könnten

Abheben am Ursprung der Luftfahrt

Antenne MV 100 Dinge Lilienthal Anklam
Antenne MV 100 Dinge Lilienthal Anklam

Warum fallen Vögel nicht herunter, wenn sie ihre Flügel gar nicht bewegen? Wer auf diese Frage eine kindgerechte Erklärung vortragen kann, ist entweder Pilot oder kommt gerade aus dem Lilienthal-Museum in Anklam. Hier wird genau erklärt, wie ein Fluggerät der Schwerkraft trotzt.

Information:

Öffnungszeiten:

  • Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Samstag/ Sonntag 13 bis 17 Uhr

Eintritt:

  • Erwachsene 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro
  • Audioguide mit eigenem Handy/Tablet frei, Leihgerät 3 Euro

Anfahrt:

  • aus Richtung Berlin A20, Abfahrt Pasewalk Süd, B109 Richtung Anklam. Dort erste Ausfahrt nehmen. Aus Richtung Westen A20, Abfahrt Jarmen, B110 Richtung Anklam, durch das Stadtzentrum hindurch. Das Museum liegt ca. 300 m vom Bahnhof entfernt. Parkplatz am Museum

 

Der Mann, der das herausgefunden und später mit seinem Leben bezahlt hat, war Otto Lilienthal, Anklamer und Flugpionier. 1848 wurde er in Anklam geboren. Er muss ein guter Beobachter gewesen sein, denn seine ersten Fluggeräte sahen so aus wie die Flügel der Vögel. Damit experimentierte er, sprang mit riesigen Flügeln von Hügeln und hielt sich bis zu 250 Meter weit in der Luft. Zehn seiner filigranen und fast schon kunstvoll aussehenden Gleitflieger sind im Museum zu sehen. Sie schweben an der Decke des größten Ausstellungsraumes und zeigen die verschiedenen Entwicklungsstufen der Fluggeräte.

„Die Physik des Fliegens ist gar nicht so einfach zu verstehen", sagte Lilienthal schon zu Lebzeiten. Hier im Museum wird, vor allem Kindern, mit einfachen Experimenten erklärt, auf welche unterschiedlichen Arten Heißluftballon, Gleitflieger oder Propellermaschine in die Luft kommen und auch da bleiben. Echte Fluggeräte aus der jüngeren Vergangenheit sehen Sie auf dem Außengelände des Lilienthal-Museums, dem „Aeronauticon" am Anklamer Flugplatz: einen DDR-Hubschrauber Ka-26, ein Agrarflugzeug und den legendären Doppeldecker AN2T. Wer mehr über die Maschinen wissen möchte, sollte sich für eine Führung anmelden. Und während sich die Großen auf Hubschrauber und Co. freuen, können die Kleinen auf dem Freigelände im Holzflugzeug klettern. Noch mehr über die Fliegerei erfahren Sie in der Nikolaikirche. 

Antenne MV-Tipp: Verbinden Sie Ihren Besuch im Lilienthal-Museum mit einem Abstecher in die Kaiserbäder Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck mit Wellness-Urlaub auf Usedom oder am Ostseestrand.

Auf den Spuren der Slawen in Neustrelitz

Antenne MV 100 Dinge Slawendorf
Antenne MV 100 Dinge Slawendorf

Die Slawen waren schon einfallsreiche und begabte Menschen. Im Mittelalter bewohnten sie unser wunderschönes Land - vorzugsweise auf Inseln, an Seen und in Sumpfgebieten. Hier bauten sie ihre Burgen und Ansiedlungen so, dass die Eingangsbrücken über natürliche Hindernisse führten. Kamen Feinde, wurden die Brücken aufgenommen und die Gegner versanken im Sumpf oder ertranken im Wasser

Information:

  • Slawendorf Neustrelitz, Franzosensteg, 17235 Neustrelitz
  • Tel.: 03981-237545

Öffnungszeiten:

  • 1. Juli bis einschließlich 30. September Mo - Fr  10 -17 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr)​​​​​​
  • 1. Oktober bis einschließlich 31. Oktober Mo - Fr 10 bis 16 Uhr (letzter Einlass 15 Uhr)

Eintritt:

  • Erwachsene 4,50 Euro, Kinder 3 Euro

Parken:

  • Direkt vor dem Eingang befindet sich ein Parkplatz.

Anfahrt:

  • Über die AI 9 Abfahrt Röbel, auf die B198 über Mirow und Wesenberg nach Neustrelitz: von der A20 Abfahrt Neubrandenburg Ost über die B96 bis Neustrelitz

 

Vom 7. bis 12. Jahrhundert haben die Slawen hierbei uns im Land gelebt, gearbeitet und Familien und Dörfer gegründet. Noch heute zeugen einige Ortsnamen davon: Pelsin, Vipperow oder Zirkow etwa gehen auf slawische Begriffe zurück. Seit 1994 erinnert das Slawendorf Neustrelitz lebhaft an die vergangene Kultur. Ein dicker Zaun aus 1.400 Baumstämmen umgibt das Gelände, zur Wasserseite begrenzt ein 200 Meter langer Flechtzaun das Dorf. Hier erleben Sie den Alltag der Slawen, wie sie gelebt und gearbeitet haben: Feuer machen, kochen, Tiere füttern, das Feld bestellen, Brot backen, aber auch künstlerisches Handwerk. Außerdem finden Sie zahlreiche typische Gebäude, Unterstände und Einrichtungen aus der Zeit unserer Vorfahren.

Mitmachen ist erwünscht: In den acht Gewerken Schnitzen, Flechten, Schmieden, Töpfern, Specksteinschleifen, Filzen, Weben und Kerzenziehen können große und kleine Gäste aktiv werden und ein eigenes Andenken schaffen. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, können die Kinder zwischen ihren „Handwerkstätigkeiten"
auch mal auf den Spielplatz gehen und toben.

Ein paar Meter weiter gibt es einen Imbissstand gegen den kleinen Hunger, wo Sie Gegrilltes, zünftige Suppen oder Schmalzstullen bekommen. Vom zwölf Meter hohen Wachturm haben Sie eine tolle Sicht auf das Gelände und entdecken eine der Hauptattraktionen: das Slawenboot „Nakon". Es liegt zur Fahrt auf dem Zierker See bereit, und Kinder dürfen zur Unterstützung kräftig mitpaddeln. Zurück an Land schauen Sie sich noch die Ausstellung in der Kulthalle an, in der Sie unter anderem die Nachbildung eines slawischen Bootes finden.