Antenne MV 100 Dinge Kap Arkona
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100 Dinge in MV: Ab in die Natur

Natur - davon gibt es in Mecklenburg-Vorpommern jede Menge. Hier kommen Tipps für alle, die es gerne in Wald & Wiesen zieht.

Im Gespensterwald Nienhagen das Gruseln lernen

antenne mv 100 dinge gespensterwald
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An einigen Stellen ragen abgestorbene Baumstämme wie Knochen aus dem kahlen Boden. Verdrehte Äste, gewachsen wir Korkenzieher, scheinen nach irgendetwas greifen zu wollen. Im Hintergrund ist Meeresrauschen zu hören – diese einmalige Kulisse findet sich an der Ostseeküste zwischen Warnemünde und Heiligendamm im Gespensterwald Nienhagen.

Informationen:

  • Gespensterwald Nienhagen, 18211 Nienhagen

Eintritt:

  • Kein Eintritt, aber Parkgebühr. Der Parkplatz am westlichen Ortsrand von Nienhagen ist gut ausgeschildert.

Anfahrt:

  • A20, Abfahrt 14 Rostock-West, auf der B103 Richtung Warnemünde. Dort links abbiegen Richtung Elmenhorst und Nienhagen. Variante: A20, Abfahrt 13 Bad Doberan, von dort noch rund acht Kilometer bis Nienhagen.

 

Ihr bizarres Aussehen verdanken die Bäume dem beständigen Einfluss der salzhaltigen, feuchten Luft und des Seewindes. Vor allem die Baumkronen wachsen vom Wind weg – sie werden deshalb Windflüchter genannt. Ein Phänomen, das sich auch bei den auf dem Darß wachsenden Kiefern beeindruckend zeigt.

Der Gespensterwald heißt eigentlich Nienhäger Holz. Er besteht zum größten Teil aus Buchen und einigen Eichen. An seinem nördlichen Rand grenzt er an eine bis zu zwölf Meter hohe Steilküste. Mehrere kleine Pfade führen hinunter zum Strand, sodass ein erfrischendes Bad je nach Jahreszeit möglich ist. Vom Parkplatz am Westrand der Gemeinde Nienhagen geht es zunächst auf einem Plattenweg oder alternativ auf einem schmalen Waldweg Richtung Steilküste. Man nähert sich dabei hörbar dem Meer! An der Steilküste rechts halten. Eindrucksvoll ist der Weg oben entlang, wo der Gespensterwald vor allem bei fahlem Licht seinem Namen alle Ehre macht. Möglich ist aber auch der Spaziergang direkt am Strand. Nach etwa anderthalb Kilometern geht es rechts in die Strandstraße zurück Richtung Landstraße. Dort wiederum rechts halten, um zum Ausgangspunkt (Parkplatz) zurückzukommen.

Der Rundwanderweg durch den Gespensterwald Nienhagen ist etwa fünf Kilometer lang und in knapp zwei Stunden zu bewältigen. Die Wege sind so angelegt, dass auch Kinderwagen oder Karre problemlos durchzukommen. Wer auf romantische Lichteffekte setzt, muss sich einen Frühjahrs- oder Herbsttag mit leichtem Nebel aussuchen. Am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung ist der Gespensterwald besonders sehenswert. Fotoapparat nicht vergessen! Verliebte finden hier eine unglaubliche Kulisse für zauberhafte Bilder.

Folge 6 | 10/04/2019 | 3:48

Der Gespensterwald Nienhagen

Warum Äste wie Greifarme aussehen, die Bäume vor dem Wind flüchten und man bei Nebel spazieren gehen sollte, das erfahren sie im Podcast
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Zur Nordspitze der Insel Rügen - Kap Arkona

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“Letzter Parkplatz vor dem Kap Arkona” - warnt die Tafel in Putgarten auf Rügen. Stimmt, denn von hier aus sind es nur noch zwei Kilometer bis zum Kap Arkona. Die restliche Strecke legen Sie mit dem Fahrrad, der gummibereiften Kap-Arkona-Bahn oder zu Fuß zurück.

Information:

Zu erreichen ist das Kap Arkona auf Rügen über die B96 bis Sagard, dann auf der L30 weiter Richtung Glowe - Juliusruh - Altenkirchen und von da in Richtung Putgarten. Hier parken und Shuttle mit der Kap-Arkona-Bahn zum Kap nehmen, laufen oder radeln.

 

Der Weg ist ganz klar Teil des Ziels, rechts und links gesäumt von netten kleinen Cafés, Imbisslädchen und schmuck gestalteten Vorgärten. Je weiter Sie aus Putgarten herauskommen, desto windiger wird es. Die Ostsee sehen Sie vorerst nicht, denn das Kap Arkona liegt 43 Meter über dem Wasser auf Kreide und Geschiebemergel aus der Eiszeit. Gut zu sehen sind allerdings drei markante Türme am Horizont. Links der älteste mit 19 Metern Höhe der kleinste Turm aus dem Jahr 1828. Gebaut nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel zeigte er den Seefahrern und Fischern bis 1905 den richtigen Weg. Heute kann er genauso besichtigt werden wie der Nachbarturm, der 1905 die Arbeit des alten Turms übernahm und nach wie vor ein aktiver Navigationspunkt ist. Der backsteinrote Schinkelturm ist heute Museum und für Brautpaare ein beliebter Ort, sich das Jawort zu geben. In die Zukunft kann man von hier zwar nicht schauen, weit auf die Insel und die Ostsee schon. Bei klarer Sicht entdecken Sie am Horizont sogar die dänische Insel Møn.

Gestärkt mit einem Fischbrötchen geht es zum dritten Turm - dem ehemaligen Marinepeilturm aus dem Jahr 1927. Er war ein wichtiges Funkfeuer und wird heute als Museum und Atelier genutzt. Nach der Besichtigung der drei Türme geht es weiter zu Fuß an den Strand. Hierfür sollte man einigermaßen sportlich sein, denn die Veilchentreppe ist steil und bei nassem Wetter auch rutschig. Für den Abstieg wird man mit einem atemberaubenden Blick auf den wilden Strand aus Feuersteinen, Findlingen und der Kreideküste belohnt. Für den Rückweg vom Kap Arkona zum Parkplatz empfiehlt sich die kleine Kap-Arkona-Bahn - sie fährt auch das romantische Fischerdörfchen Vitt an. Hier unbedingt frische Sprotten oder ein Stück Räucherhering kaufen!

Antenne MV-Tipp: Wer den geografisch nördlichsten Punkt Rügens besuchen will, muss vom Kap Arkona noch ein bisschen weiter nach Nordwest wandern oder radeln. Ungefähr einen Kilometer entfernt befindet sich an der Steilküste der Gellort, der sich geographisch noch etwas nördlicher befindet. Direkt am Fuße des Gellorts liegt ein 165 Tonnen schwerer Findling, der sogenannte Siebenschneiderstein.

Folge 7 | 10/10/2019 | 5:14

Das Kap Arkona entdecken

Was sie am nördlichsten Punkt Wildes, Romantisches und Schönes sehen und erleben können, hören sie in diesem Podcast.
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Im Blütenmeer an der Ostsee stehen

Antenne MV 100 Dinge Rhododendronpark
Antenne MV 100 Dinge Rhododendronpark

Größer als vier Fußballfelder ist der Rhododendronpark im Ostseeheilbad Graal-Müritz. Er ist der größte in Mecklenburg-Vorpommern. Die Parkgestaltung ist über die Jahrzehnte quasi in Familienhand geblieben. Der Clou: Nirgendwo sonst stehen Sie mitten im Blütenmeer und hören das Ostseerauschen.

Information:

Anfahrt

  • A19, Abfahrt 6 Rostock-Ost, B105 Richtung Ribnitz-Damgarten. Ab Rövershagen der Bäderstraße bis Graal-Müritz fahren.

Eintritt:

  • frei

 

Die beste Zeit für einen Besuch im Rhododendronpark ist Mai/ Juni - dann stehen die weit über 2.000 Pflanzen in voller Blüte. Ein Farbenmeer, das seinesgleichen sucht. Einige Stauden sind an die sechs Meter hoch, unzählige Arten sind harmonisch zusammengestellt - eine Augenweide!

Dabei war das Gelände unmittelbar am Ostseestrand früher mal eine langweilige Sandgrube. Der Rostocker Gartenbauarchitekt Friedrich-Karl Evert schlug der Gemeinde 1955 eine Rhododendronanlage vor. Nur sechs Jahre dauerte der Aufbau des eindrucksvollen Parks, der gut 20 Jahre später zum Gartendenkmal erklärt wurde.

Ab 2005 ging es an die Sanierung, der Park bekam unter der Leitung von Dierk Evert, dem Sohn des Parkbegründers, eine aufwendige Schönheitskur. Inzwischen steht hier auch ein Konzertpavillon, der für Musik, Lesungen und Ausstellungen genutzt wird. Zu den jährlichen Höhepunkten in Graal-Müritz gehört im Mai das Rhododendronparkfest mit der Wahl der Rhododendronkönigin.

Schneeweiße Kreidefelsen auf Rügen bewundern

Antenne MV 100 Dinge Kreidefelsen
Antenne MV 100 Dinge Kreidefelsen

Caspar David Friedrichs Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen" aus dem Jahr 1818 hat sie weltberühmt gemacht: Als strahlende, weißglühende, bizarre Gebilde ragen die weißen Felsen in den Himmel und rahmen dabei den Blick auf die in der Sonne funkelnde Ostsee ein. Dieser Blick über 100 Meter nach oben fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten

Information:

Öffnungszeiten:

  • tägl. außer 24.12., Ostern bis Ende Okt. 9-18 Uhr, Nov.-Ostern 10-17 Uhr

Eintritt:

  • Besucherzentrum inkl. Indoor- und Outdoor-Angebote: Erwachsene 9,50 Euro, Kinder 6 bis 14 Jahre 4,50 Euro

Anfahrt:

  • Über die A20, Abfahrt Stralsund. B96 Richtung Sassnitz. Vom Bahnhof Sassnitz zu Fuß (2,5 h) oder mit dem Bus (Linie 20) der VVR zum Königsstuhl. Möglich auch: Großparkplatz Hagen, von dort Pendelbus Linie 19. Alternativ: kostenpflichtiger Parkplatz „Tierpark am Nationalpark", von dort mit dem Bus (Linie 20).

 

 

Auch von der Wasserseite gibt die Sicht auf die strahlenden Felsen Deutschlands größter Insel Glanz und Erhabenheit, geschaffen ohne menschlichen Einfluss. Sie entdecken das Naturwunder Kreidefelsen am besten, wenn Sie Zeit, gute Wanderschuhe und ein bisschen Kondition mitbringen. Die intensivste Erfahrung ist die Wanderung von Sassnitz zum Königsstuhl. Rund zweieinhalb Stunden geht es durch unberührte Buchenwälder und über hügelige Wege auf die Höhe von 118 Metern. Achten Sie bitte bei Abstiegen auf die Gefahrenhinweise - je nach Wetter kommt es immer wieder zu Küstenabbrüchen. Die Hinweisschilder sind durchaus ernst gemeint. Das Klettern an den Steilhängen ist grundsätzlich lebensgefährlich.

Im Nationalparkzentrum angekommen warten eine ganze Reihe verschiedener Angebote auf Sie. Die interaktive Erlebnisausstellung „Wir machen Unsichtbares sichtbar" ist das Kernstück des Besucherzentrums. Auf vier Etagen streifen Sie hier durch die akustisch inszenierten Räume und werden dabei spielerisch in die Geheimnisse der Kreidelandschaft eingeweiht: Sie schauen in das Kreidemeer, blicken zurück in die Eiszeit oder tauchen in die Tiefen der Ostsee ein. So bekommen Sie multimedial und eindrucksvoll eine Vorstellung, wie diese spektakuläre Landschaft entstanden ist.

Noch schöner ist es nur draußen. Wenige Minuten vom Nationalparkzentrum entfernt ist sie zu finden: die spektakuläre Aussicht vom weltbekannten Kreidefelsen auf die blau schimmernde Ostsee. Auf dem Aussichtsgelände ist Platz für etwa 100 Personen. Sollte es hier tatsächlich einmal eng sein, nutzen Sie die Zeit für einen Gang über die Romantikwiese, lassen Sie die Kinder an die Kletterbäume oder genießen Sie einen Kaffee auf der Sonnenterrasse.

Folge 31 | 08/26/2020 | 9:52

Schneeweiße Kreidefelsen auf Rügen bewundern

Caspar David Friedrichs Gemälde "Kreidefelsen auf Rügen" aus dem Jahr 1818 hat sie weltberühmt gemacht: Als strahlende, weißglühende, bizarre Gebilde ragen die weißen Felsen in den Himmel und rahmen dabei den Blick auf die in der Sonne funkelnde Ostsee ein. Dieser Blick über 100 Meter nach oben fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten.
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Durch den schönsten Garten des Landes spazieren

Antenne MV 100 Dinge Christiansberg
Antenne MV 100 Dinge Christiansberg

Zugegeben, „Garten" ist hier etwas untertrieben. Wer selbst ein paar hundert Quadratmeter Garten pflegt, weiß genau, wie viel Arbeit dahinter steckt. Der Garten von Walter Kapron und Manfred Genseburg ist inzwischen 30.000 Quadratmeter groß und ein botanisches Juwel, das selbst Gartenmuffel begeistert und Gartenfreunden zahlreiche Anregungen für zu Hause gibt.

Information:

Öffnungszeiten:

  • täglich von 9 bis 20 Uhr

Eintritt:

  • Besucher unter 10 Jahre - freier Eintritt, 10 bis 15 Jahre - 2 Euro, ab 16 Jahre 5 Euro

Anfahrt

  • Christiansberg liegt in der Haffregion nahe Ueckermünde. Von Ueckermünde aus Richtung Altwarp, nach 10 km rechts Richtung Luckow. Von dort ausgeschildert. Von Eggesin aus Richtung Ahlbeck, von dort ausgeschildert.

 

 

 

Dass ein Garten nur im Mai oder Juni seine Reize hat, ist ein absoluter Irrglaube - jedenfalls sieht man das in Christiansberg. Was 1982 mit einem Bauerngehöft inklusive Obstgarten und Teich begann, ist heute eine wunderschöne und abwechslungsreiche Parkanlage mit verschiedenen Themenbereichen, seltenen Pflanzen, hunderten Sorten Pfingstrosen und Magnolien. Und immer wieder muss man sich vor Augen führen, dass dies kein botanischer Garten eines wissenschaftlichen Instituts ist, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Leidenschaft zweier Herren, die sich hier einen Lebenstraum erfüllt haben.

Jahrelang galt Christiansberg als absoluter Geheimtipp. Viele Besucher kommen mindestens einmal im Jahr, weil es immer Veränderungen und neu umgesetzte Ideen zu sehen gibt. Sie treffen Walter Kapron und Manfred Genseburg meistens auch persönlich im Garten an, bei der Arbeit natürlich, aber Zeit für einen Plausch und Fachsimpelei gibt es eigentlich immer. Sofern es Ihnen nicht gerade die Sprache verschlagen hat vor lauter Bewunderung für die Farbenpracht und Formenvielfalt.

Christiansberg hat schon mehrere Preise für den schönsten Garten gewonnen - zu Recht. Bleibende Eindrücke sind garantiert - und vielleicht nehmen Sie einfach ein Stück Garten Christiansberg mit nach Hause. Selbstverständlich nicht aus den Beeten, aber im Topf und gut verpackt für die Heimreise. Der botanische Garten Christiansberg eignet sich für einen geruhsamen Tagesausflug in die Haffregion, rund drei Stunden können Sie einplanen. Einzige Einschränkung: Hunde sind im Garten nach vielen unschönen Erfahrungen nicht mehr erlaubt.

 

Auf den Spuren der Wikinger

Antenne MV 100 Menzlin Wikinger
Antenne MV 100 Menzlin Wikinger

Unberührte Natur, seltene Tiere und Action der ganz besonderen Art finden Sie im Dorf Menzlin in der Nähe von Anklam. Menzlin liegt ein bisschen versteckt, kaum zu glauben, dass es im 9. und 10. Jahrhundert einer der größten Handelsplätze der Wikinger war. Unsere Vorfahren nutzten die Nähe von Peene und Ostsee, um mit ihren handwerklichen Produkten Handel zu treiben.

Information:

Öffnungszeiten:

  • Di-So 10-18 Uhr, Mo nur in den Ferien und an Feiertagen

Preise:

  • je nach Tour unterschiedlich, Gruppe am besten anmelden

Anfahrt:

  • B109 oder B110 nach Ziethenl bei Anklam. In Ziethen Richtung Groß Polzin fahren, nach 4 km links nach Menzlin. Hier den Ausschilderungen zum Kanuverleih folgen. Nach ein paar hundert Metern auf einem schmalen Plattenweg erreichen Sie den kostenlosen Parkplatz.

 

Heute gibt es hier keine Wikinger mehr. Aber südlich von Menzlin befinden sich historische Wikingergräber. Die Gräber skandinavischen Ursprungs in symbolischer Schiffs- sowie Kreisform sind bislang einmalig an der südlichen Ostseeküste. Untersuchungen haben ergeben, dass es sich hier um skandinavische Frauengräber mit Grabbeigaben handelt. Wer möchte, wird mit einem Drink aus dem Trinkhorn begrüßt. Nach dem Met, dem berühmten Honigwein der Wikinger, geht es auf eine Führung durch das Alte Lager: Das Gebiet an der Peene, auf dem die Wikinger vor über tausend Jahren lebten, arbeiteten und starben. Davon zeugen die zahlreichen Bootsgräber. Außerhalb Schwedens sind sie sehr selten, auch deshalb ist Menzlin ein Hotspot für Geschichtsinteressierte. Mit den aus Stein gebauten Booten haben die Wikinger damals ihre Verstorbenen ins Reich der Toten gefahren. Ein hoher Stein am Bug, der aus Steinen symbolisierte Rumpf und ein größerer Stein am Heck. Stumme Zeugen vergangener Zeiten mitten im Wald bei Anklam.

Diese Geschichten und noch viel mehr erzählt Ihnen Ihr Guide auf der für Gruppen ab zwölf Personen angebotenen Tour „Auf den Spuren der Wikinger“. Dazu kombinieren Sie noch eine Floß- oder Kanutour und werden mit Kesselgulasch oder Bratwurst versorgt. Auch im Programm: Axtwerfen und Bogenschießen. Für kleinere Gruppen oder Individualreisende gibt es verschiedene Angebote: geführte Floß- oder Kanutouren, Moorwanderungen oder die Biber-Entdeckungstour. 

Die 1.000-jährigen Eichen in Ivenack besuchen

Antenne MV 100 Dinge Ivenack
Antenne MV 100 Dinge Ivenack

Die Ivenacker Eichen sind das einzige Nationale Naturmonument in ganz Deutschland. Seit rund 1.000 Jahren stehen sie hier in Ivenack. Die größte und mächtigste mit einem Stammdurchmesser von 3,5 Metern gilt als älteste lebende Eiche in Deutschland. Selbst ein großgewachsener Mann wie Forstwirtschaftsmeister Jörg Hellwig wirkt bei seinen unterhaltsamen Führungen neben ihr wie ein Zwerg

Information:

Öffnungszeiten:

  • März: 21.03. - 22.03. 09.30-16.00 Uhr, März - November: 28.03. bis 01.11. täglich 09:30-18:00 Uhr, Dezember: 27.12. bis 30.12. 09:30-16:00 Uhr

Eintritt Tiergarten:

  • 5 Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren 2 Euro

Anfahrt:

  • von Stavenhagen B194 Richtung Basepohl. Nach gut 3 km rechts abbiegen, dann noch rund 2 km

 

 

 

Zahlreiche Sagen ranken sich um die Ivenacker Eichen. Eine erzählt, sieben abtrünnige Nonnen hätten einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, um dem Klosterleben zu entkommen. Der Teufel stellte eine einzige Bedingung: Die sieben Nonnen dürften sich nicht umdrehen, bis sie das benachbarte Stavenhagen erreicht hätten. Teuflisch veranstaltete er aber hinter ihnen furchterregenden Lärm und merkwürdige Geräusche, sodass die Nonnen es nicht aushielten und eine nach der anderen doch einen Blick zurückwarf. Umgehend verwandelten sie sich in Eichen und stehen bis heute in der Nähe des früheren Klosters.

Dass die Bäume so alt werden konnten, hängt unter anderem mit der mittelalterlichen Nutzung des Geländes als „Hudewald" zusammen. Hierhin wurde das Vieh getrieben. Die Tiere fraßen die nachwachsenden Bäume weg, sodass die schon größeren Eichen beste Bedingungen hatten. Vor 300 Jahren wurde ein Gehege für Damwild eingerichtet, das heute zusammen mit alten Hausschweinrassen die Aufgaben übernimmt. Vor allem zur Fütterungszeit können Sie die Tiere gut beobachten.

Obwohl die Baum-Greise so ein hohes Alter erreicht haben, unterlässt das Forstamt Stavenhagen alle künstlichen Eingriffe. Lediglich eine Absperrung sorgt für gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Baum und Mensch: Sie verhindert Trittschäden an den stammnahen Wurzeln und ungesunde Bodenverdichtung. Gleichzeitig schützt sie Besucher vor herabfallenden Ästen. Die Ausmaße der Eichen in verschiedenen Altersstufen können Sie an beeindruckenden Modellen nachempfinden. Mehr zu den 1000-jährigen Eichen sowie den Tieren und Pflanzen zeigen ein Naturerlebnispfad und ein kleiner Pavillon im Tiergehege

Per Draisine durch den Naturpark

Antenne MV 100 Dinge Draisine
Antenne MV 100 Dinge Draisine

Sanfte Hügel, ursprüngliche Dörfer, Flüsse und Seen, vielfältige Natur - und dazu verträumte Gutshäuser, märchenhafte Schlösser und zauberhafte Parks - das ist charakteristisch für die Mecklenburgische Schweiz. Zu den imposanten Bauten der Region gehört die Kloster- und Schlossanlage Dargun. Nach einem Großbrand am Ende des Zweiten Weltkrieges wird sie seit 1990 saniert und kann besichtigt werden.

Information:

Öffnungszeiten:

  • Apr.-Okt., Ausleihe 9-11 Uhr, Rückgabe bis 18 Uhr

Kosten:

  • 40 € pro Tag und Draisine.
  • Die ausleihende Person muss mindestens 18 Jahre alt sein und einen Personalausweis vorlegen.

Anfahrt:

  • Dargun liegt am Nordrand der Mecklenburgischen Schweiz in der Nähe des Kummerower Sees an der B110. Über die Autobahn entweder von Westen kommend A20, Abfahrt Tessin, von Osten A20, Abfahrt Jarmen oder von Norden A20, Abfahrt Grimmen Ost.

 

Vom Bahnhof Dargun aus haben Sie die Möglichkeit, zu einem Abenteuer in den Naturpark Mecklenburgische Schweiz zu starten. Sie fahren - aber ohne Lärm und Abgase, sondern mit reiner Muskelkraft. Mit der Draisine geht es eine alte Bahnstrecke entlang, inklusive historischer Bahnhofsgebäude, die teilweise wieder genutzt werden.

Nach kurzer, freundlicher Einweisung in die Draisinentechnik können Sie Ihre Erlebnistour starten. Maximal vier Leute passen in das 70 Kilo schwere Schienengefährt. Die Tour nach Salem direkt am Kummerower See ist knapp 17 Kilometer lang, dann wird gewendet. Unterwegs gibt es sowohl Rastplätze als auch Badestellen und ein Cafe.

Die Strecke führt durch lauschige Wälder, an Feldern, Seen und alten Bahnhöfen vorbei. Sehr spektakulär: die Grüne Hölle. Hier ist die Strecke auf etwa einem Kilometer so zugewachsen, dass Sie quasi einen Tunnel passieren. Sie können nach Belieben anhalten oder auch umdrehen. Überholen? Kein Problem, tauschen Sie einfach die Draisine mit dem Vordermann!

Vor allem im Sommer wichtig: Badesachen nicht vergessen! Die Peene liegt auf dem Weg und auch der Kummerower See - immerhin mit über 32 Quadratkilometern Fläche unter den Top Ten der großen deutschen Seen. Sein Ostufer gehört zum Landesteil Vorpommern, sein stark verschilftes Westufer zu Mecklenburg. Ihr Zielort Salem ist der einzige Fleck an der Westseite, von dem aus man direkt ans Wasser kommt.

Wanderung mit Biber und Eisvogel

Antenne MV 100 Dinge Warnowtal
Antenne MV 100 Dinge Warnowtal

Mecklenburg-Vorpommern hat wunderbare Wandermöglichkeiten. Zu den Geheimtipps unter den kürzeren Touren mit spektakulären Aussichten und Urwald-Ambiente gehört das Warnow-Durchbruchstal im Sternberger Seenland mit eiszeitlichen Spuren und über 1.000 Jahre alten slawischen Burgwällen.

Information:

  • Warnow-Durchbruchstal und Mildenitz, 19406 Groß Görnow

Anfahrt:

  • Sternberg liegt an der B104 zwischen Schwerin und Güstrow. In Sternberg abbiegen Richtung Norden, von dort noch rund 7 km. Beschilderung zum Parkplatz Durchbruchstal oder Warnowtal folgen.

 

Schon die Anreise zum Startpunkt der etwa vier Kilometer langen Warnow-Wanderung macht klar, dass hier keine Touristenmassen zu erwarten sind. Kleine Straßen, die jeden Moment im Nichts zu enden scheinen. Man muss schon aufmerksam gucken - der kleine Parkplatz Warnowtal ist aber ausgeschildert! Von dort geht es in den Wald an die Warnow, und schon nach ein paar hundert Metern das erste Highlight: Eine urige Holzbrücke, die je nach Jahreszeit und Regenmenge über einen plätschernden Bach oder ein tosendes Wildwasser führt.

Auf teils schmalen Waldwegen führt die Tour danach bergauf. Hier stehen Überreste einer slawischen Höhenburg. Der Weg verläuft weiter in bis zu 30 Metern Höhe parallel zur Warnow. Bei Klein Raden schließlich geht es über eine weitere Brücke und am anderen Flussufer zurück. Imposante Rotbuchen, Findlinge, Steilhänge, Biber und mit großem Glück auch ein Eisvogel - äußerst erstaunlich, was auf nur wenigen Kilometern alles zu sehen ist! Mehr zur Kulturgeschichte gibt es ganz in der Nähe im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden.

Die Warnow ist ein gut 150 Kilometer langer Fluss, der östlich von Schwerin entspringt und bei Warnemünde die Ostsee erreicht. Vor allem die Oberwarnow ist bei Kanuten und Paddlern sehr beliebt, und sogar das unter Naturschutz stehende Warnow-Durchbruchstal darf zu bestimmten Zeiten auf dem Wasser durchquert werden. In den umliegenden Orten finden Sie mehrere Ausleihstationen und Wasserwander-Rastplätze für ein unvergessliches Wochenend-Abenteuer auf einem abwechslungsreichen und wunderschönen Flussabschnitt.