Tarifpoker für Nordic-Schiffbauer
23.09.2009 - Mit dem neuen Eigentümer könnten für die künftigen Nordic-Schiffbauer auch neue Arbeitsbedingungen kommen. Bei ersten Gesprächen zwischen den Anwälten des neuen Werfteigners Witalij Jussufow, dem Betriebsrat von Nordic und der Gewerkschaft IG Metall Nord wurde deutlich, dass die Übernahme von Mitarbeitern aus der Transfergesellschaft nicht ganz reibungslos verlaufen wird. Die Verhandlungen wurden ergebnislos abgebrochen. IG-Metall-Nord-Sprecher Heiko Messerschmidt sagte, was da vorgelegt worden sei, sei nicht akzeptabel: "Lohndumping ist mit uns nicht zu machen". Statt 38 sollen künftig 40 Stunden gearbeitet werden, es soll zwei Tage weniger Urlaub geben, Weihnachts- und Urlaubsgeld würden gestrichen, dazu soll es flexible Mehrarbeit ohne Lohnausgleich geben. Laut Gewerkschaft bedeuten die Nordic-Vorschläge insgesamt ein Einkommensminus von 25 Prozent. Die Gewerkschaften schließen einen Arbeitskampf nicht aus. Nordic Yards betonte, man brauche ein solides Fundament für die kommenden Monate. Da dürften Lohnkosten nicht tabu sein. Das Unternehmen widersprach aber Berichten, man wolle aus dem Flächentarifvertrag aussteigen. Hintergrund: Ein Flächentarifvertrag regelt die Mindestarbeitsbedingungen in einem gemeinsamen Tarifgebiet für eine, machmal auch für mehrere Branchen. Damit wird sichergestellt, dass es keine Wettbewerbsvorteile z.B. durch Dumpinglöhne gibt. Das System der Flächentarifverträge hat sich in Deutschland zwar bewährt, dennoch wächst in den letzten Jahren auch die Kritik. Immer mehr Arbeitgeber steigen aus dem Tarifsystem aus und schließen Einzel- oder Hausverträge ab. Damit binden sie sich nicht langfristig an Vereinbarungen, die in wirtschaftlich guten Zeiten getroffen wurden und im Falle einer Krise kaum noch zu halten sind. (Foto: © Marvin Siefke/Pixelio)



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