AKW-Rückbau wird deutlich teurer
27.07.2010 - Der Rückbau der stillgelegten Atomkraftwerke in Lubmin und Rheinsberg wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Es werde mit Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro gerechnet, sagte der Kaufmännische Direktor der Energiewerke Nord (EWN), Jürgen Ramthun, am Dienstag. Bisher wurden die Kosten für den Rückbau der beiden Kraftwerke auf 3,2 Milliarden Euro veranschlagt. Ramthun bestätigte einen Bericht der Financial Times Deutschland, die sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der SPD bezieht.

Als Ursache für den Kostenanstieg nannten die EWN erhöhte Ausgaben für die voraussichtlich längere Zwischenlagerung in Lubmin. Diese sei nötig wegen eines fehlenden Endlagers für hochradioaktive Abfälle sowie wegen der späteren Inbetriebnahme des Schachtes Konrad in Salzgitter (Niedersachsen) als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.

Der Schacht Konrad soll EWN-Angaben zufolge 2014/15 in Betrieb gehen. Gorleben als Endlager für hochradioaktiven Abfall wird derzeit grundsätzlich in Frage gestellt. Nach Angaben Ramthuns müssen die EWN Endlagervorauszahlungen an den Bund tätigen - und das so lange, wie der radioaktive Abfall in Lubmin lagert. Den Rückbau wie auch die voraussichtlichen Mehrkosten finanziert der Bund. Die Energiewerke Nord sind ein bundeseigenes Unternehmen.



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