Viele MV-Minister waren keine Muster-Schüler
08.07.2010 - Am Tag der Zeugnisse sollte eher die Freude als der Ärger überwiegen, findet Mecklenburg-Vorpommerns Landesministerin für Jugend, Gesundheit und Soziales, Manuela Schwesig. Sie sagte dem Privatsender ANTENNE MV: «Ich rate den Eltern, dass sie den Zeugnistag, egal wie es ausgegangen ist, als Beginn der Ferien gemeinsam starten. Eine gute Tradition ist, gemeinsam Eis essen zu gehen, das erlaubt auch die Gesundheitsministerin. Wenn wirklich Sorge herrscht, dass das Zeugnis nicht so gut ist, dann sollte man es ein paar Tage sacken lassen und dann miteinander reden und überlegen, wo kann es zum Beispiel Nachhilfe geben. Kindern, die mit ihrem Kummer allein sind, empfehle ich unsere Nummern gegen Kummer.»

Rund 128.000 Schüler bekommen an diesem Freitag in Mecklenburg-Vorpommern Zeugnisse. Allen mit etwas schlechtere Noten sei gesagt, auch führende Köpfe unseres Landes waren nicht die besten Schüler. Der Privatsender ANTENNE MV hat sich in der Landesregierung umgehört. Ministerin Schwesig verriet, dass sie zwar eine gute bis sehr gute Schülerin war, aber auch ihre Schwächen hatte. « Ich bin generell gern zur Schule gegangen, habe auch alle Fächer eigentlich gern gemacht. Werken, glaube ich, lag mir nicht ganz so, da bin ich nicht so talentiert. Und ich habe auch schon einmal in Betragen eine Drei gefangen mit der Bemerkung im Zeugnis: Manuela hat immer das letzte Wort. Aber das hat ja am Ende doch nichts geschadet», sagte Manuela Schwesig ANTENNE MV.

Welche Zeugnisse hatte Bildungsminister Henry Tesch? «Ich erinnere mich, dass ich viele Jahre drei Zweien auf dem Zeugnis hatte. Mit zunehmendem Alter wurden es ein paar mehr Zweien, und es war schwierig, die eine oder andere Drei wegzudrücken.» Seine Lieblingsfächer waren Mathematik, Deutsch, Physik und Geschichte. Worin war Henry Tesch weniger gut? «Ab und zu stand in Musik und in Sport eine Zwei. Das eine oder andere Jahr war ich auch in Biologie abgerutscht», so Tesch.

Justizministerin Uta-Maria Kuder war als Kind vorbildlich, wie sie ANTENNE MV sagte. «In ganz jungen Jahren waren meine Zensuren ganz besonders gut. In der Pubertät ließ das aber auch schlagartig nach, so dass dann auch schon mal eine Vier oder auch eine Fünf dabei gewesen ist.» Das war etwa in Sport, wo Uta-Maria Kuder nach eigenen Angaben die Lust fehlte. «Meine Lieblingsfächer waren Kunst und Mathematik.» Die Ministerin beruhigt jedes Jahr Freunde, die sich über nicht so gute Zeugnisse ihrer Kinder beschweren. «Da sage ich immer, seid ein bisschen gnädig. Ich bin jetzt Justizministerin und hatte auch schon einmal eine Fünf auf dem Zeugnis. Das ist nicht das Schlimmste, was passieren kann», rät Uta-Maria Kuder.

Auch Ministerpräsident Erwin Sellering gibt zu, kein Musterschüler gewesen zu sein. Physik und Mathematik gingen ihm in den letzten Schuljahren nicht ganz so leicht von der Hand, gestand er ANTENNE MV: «Ich war ich nicht unbedingt der allerbeste und fleißigste Schüler» Doch hatte auch er seine Stärken. «Sport gehörte unbedingt dazu, da gab es auch ohne Anstrengung gute Noten. Nicht gerade beim Geräteturnen, aber Ball-Spiele habe ich sehr gemocht. Ich war auch im Handball-Verein, habe auch Fußball gespielt. Sehr schön waren die Fächer, die mit Verstehen und Reden zu tun hatten wie Deutsch und Geschichte», sagte der Regierungschef.

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel weiß noch, wie es ihm vor den Zeugnis-Ausgaben ging. «Ich erinnere mich, dass ich an diesem Tag immer mit wackligen Knien zur Schule gegangen bin, obwohl ich am Ende relativ gute Zeugnisse hatte. Damals war aber für uns die Drei auch die Eins des kleinen Mannes.» In Latein habe Seidel einmal einen schwierigen Abschluss gemacht. «Das gebe ich zu. Ich glaube, dass es sogar das Abitur war. Da bin ich mit einer Drei minus durchgerutscht, auch nur wegen einer schriftlichen Arbeit. Aber die Tatsache, dass ich noch immer den ersten Satz aus dem damaligen lateinischen Lehrbuch kenne, erfüllt mich mit Stolz.» Und wie lautete der erste Satz, Herr Wirtschaftsminister? «Populus romanus populus antiquus est. Das Römische Volk ist ein altes Volk», sagte Jürgen Seidel ANTENNE MV.



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