Der Oberkirchenrat weiß zwar, dass Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff, der von schwarz-gelb nominiert wurde, bessere Chancen eingeräumt werden, doch «in einem demokratischen Staat und bei diesem großen Forum der Bundesversammlung ist es nie so ganz sicher, was da am Ende raus kommt. Ich denke, die Nominierung von Joachim Gauck allein ist schon ein positives Votum für in unserem Land.» Andreas Flade würde den Ex-Stasi-Unterlagen-Beauftragten des Bundes auch als gute Wahl betrachten. «Ich könnte mir Herrn Gauck gut als Bundespräsident vorstellen. Er hat ja in der Öffentlichkeit immer wieder eine wichtige Rolle gespielt und er ist ohne weiteres in der Lage, zu vielen Fragen Stellung zu nehmen. Das haben wir immer wieder erlebt», sagte Flade ANTENNE MV.
Auch die Chefin der Stasiunterlagen-Behörde in Mecklenburg-Vorpommern, Marita Pagels-Heineking glaubt an Chancen des Rostockers Joachim Gauck bei der Wahl zum Bundespräsidenten. Sie sagte ANTENNE MV: «Ich denke schon, dass Gauck auch überparteilich einen guten Namen hat. Er beschäftigte sich mit Vergangenheit. Er hat Menschen ermöglicht, in ihren Lebensläufen hereinzusehen. Und für Freiheit, für Demokratie tritt er ein. Also ich hoffe, dass das auch parteiübergreifend eine Rolle spielt und würde mich sehr freuen, wenn er das werden würde.»
Für Marita Pagels-Heineking ist im Vergleich zum Kandidaten der Bundesregierung Christian Wulff Joachim Gauck die bessere Wahl. «Herr Wulff mit seinen fünfzig Jahren ist ein gestandener Politiker, der Politik gelernt hat. Herr Gauck ist es nicht. Herr Gauck ist für mich immer eine moralische Instanz.» Dass die Linkspartei mit Gauck nicht so einverstanden ist, kann sie verstehen. «Ich bin nicht unbedingt überrascht. Aber ich weiß, dass es auch in der Linkspartei Tendenzen gibt, die ganz genau wissen, dass die Beschäftigung mit der Vergangenheit so wichtig ist. Und Herr Gauck ist einer derjenigen, der gemocht wird und der wahrscheinlich auch nicht gemocht wird. Und ich glaube, dass das auch gerade in der Partei einige geben wird, die auch genau seine Leistung anerkennen», sagte die Landesstasi-Beauftragte ANTENNE MV.
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