Jährlich eine Selbst-Explosion von Weltkriegsblindgängern
02.06.2010 - Mit tiefer Betroffenheit haben die Munitionsentschärfer aus Mecklenburg-Vorpommern auf die Nachricht des explodierten Weltkriegs-Blindgängers mit drei Toten aus Göttingen reagiert. Der Chef des Munitionsbergungsdienstes im Land, Robert Mollitor, sagte dem Privatsender ANTENNE MV: «Ich kenn zwei der dort ums Leben gekommenen Kollegen persönlich. Es betrifft einen dann besonders. Aber natürlich wissen wir, dass bei der Entschärfung von Bomben, insbesondere mit diesen Langzeitzündern, eine relativ hohe Gefahr da ist. Das führt uns leider immer wieder vor Augen, dass das doch sehr gefährlich ist. Also wir waren schon alle sehr betroffen hier alle», so Mollitor. In Göttingen war eine US-Bombe mit chemischem Langzeitzünder aus dem zweiten Weltkrieg fast 70 Jahre nach Abwurf bei Bauarbeiten entdeckt worden und explodiert.

In Mecklenburg-Vorpommern hat es so eine Katastrophe noch nicht gegeben, «auch vor der Wende lange Zeit nicht. Es ist mir jedenfalls nicht bekannt. Auch in Deutschland ist es seit vielen Jahren der erste Fall. Der letzte, den ich kenne, wo bei der Entschärfung von Bomben Kollegen ums Leben gekommen sind, war in Wetzlar 1990.» Dennoch besagt die Statistik, dass jedes Jahr auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Nazi-Reiches, speziell in Deutschland und Österreich, mindestens ein Blindgänger von selbst hochgeht. «2007 in Kassel, 2008 in Wien und 2009 in Hessen. Nachdem, was wir derzeit wissen, ist ja in Göttingen noch nicht an der Bombe gearbeitet worden, sondern es war eine Vorbereitung. Die Evakuierung war noch nicht abgeschlossen. Also da wird üblicherweise auch noch nicht entschärft, sondern man wartet wirklich bis die Leute alle in Deckung sind. Also für mich ist im Moment auch die Situation, dass der Blindgänger wirklich zum falschen Zeitpunkt zu früh losgegangen ist.» Nach Angaben des Landeschefs des Munitionsbergungsdienstes, Robert Mollitor, ist für Mecklenburg-Vorpommern demnächst keine Bombenentschärfung geplant. Von 37 Mitarbeitern im Katastrophenschutz-Bereich, gibt es sechs Entschärfer.



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