Die zentrale Anlaufstelle in Mecklenburg-Vorpommern gibt es erst seit April, die hohe Frequenz schreibt die Geschäftsführerin der aktuellen Berichterstattung zu. «In erster Linie melden sich natürlich Betroffene. Aber es melden sich auch Familienangehörige, die auch mit solchen Menschen zu tun haben oder auch Einrichtungen oder andere Kollegen, die in ihrem Arbeitskontext mit solchen Personen zu tun haben und sich dann Hilfe oder Unterstützung oder einen Rat bei uns holen», sagte die Opferberaterin ANTENNE MV. Dass sich viele Betroffene erst spät aus ihrer Opferrolle fliehen, versteht Dr. Marlies Luscher sehr gut. Es sei zum einen schwer, sich an eine Einrichtung zu wenden, «das hat natürlich auch immer was mit der Tat an sich zu tun. Das ist natürlich eine Tat, die sehr persönlich ist, die auch in die Persönlichkeitsrechte sehr stark eingreift und zum anderen auch immer diese so genannte Mitverantwortung, die ja durch den Täter dem Opfer suggeriert wird damit drin, dass das Opfer sich mitschuldig fühlt, dass es zu dieser Tat gekommen ist», sagte die Leiterin der zentralen Anlaufstelle in Rostock.
D. Luscher mahnt gute Beratungsangebote an. «Es ist wichtig, dass Beratungsangebote gut ausgebaut werden, dass die natürlich auch gut finanziert sind und auch ausgestattet sind, dass Anspruch auf Beratung gesetzlich verankert wird. Es ist auch wichtig, dass die Angebote für Therapie für Betroffene einfach auch kurzfristig zur Verfügung gestellt werden. Wir haben zum Beispiel im Moment Wartezeiten von einem halben Jahr und einem Jahr, um einen Therapieplatz zu bekommen. Und das ist natürlich fast untragbar für Menschen, die Opfer von so welchen Straftaten geworden sind», sagte die Geschäftsführerin der Rostocker Opferberatung ANTENNE MV.
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