Girls' Day
22.04.2010 - Ob Fliesenlegerin, Soldatin, Technikerin oder vielleicht sogar Rektorin der richtige Beruf sein könnte, haben mehr als 3200 Schülerinnen in Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag getestet. Am mittlerweile zehnten Girls' Day boten Unternehmen, Institutionen, Parteien und die Bundeswehr Mädchen ab der fünften Klasse an, männertypische Berufe kennenzulernen. Im Mittelpunkt stand diesmal das Handwerk. Zum landesweiten Auftakt in Güstrow appellierte die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Landesregierung, Margret Seemann (SPD), an die Mädchen, ihre Scheu vor bestimmten Berufen abzulegen. «Mädchen und Frauen können durchaus im technischen, handwerklichen oder naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten», betonte Seemann. Sie sollten sich trauen, denn diese Tätigkeiten seien oftmals besser bezahlt als traditionelle Frauenberufe. In Greifswald ermunterte Bildungsminister Henry Tesch (CDU) Mädchen auf einer Podiumsdiskussion an der Universität, in Männerdomänen vorzustoßen: «Ich glaube nicht, dass es Berufe gibt, die Frauen nicht ergreifen können.» Zugleich mahnte der Minister auch mehr Transparenz in die andere Richtung an: «Wir müssen auch erreichen, dass Männer Frauenberufe ergreifen können.» Der Arbeitsagentur Nord zufolge wählen Mädchen noch immer am ehesten Berufe wie Kauffrau im Einzelhandel, Verkäuferin, Bürokauffrau, (Zahn-)medizinische Fachangestellte und Friseurin. 2009 seien unter den Top Ten der von Mädchen nachgefragten Ausbildungsplätze keine technisch orientierten Berufe gewesen.   Ein Aktionsbündnis von 17 regionalen Arbeitskreisen unterstützte im Land den Girls' Day 2010. Dazu gehörten Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Hochschulen sowie die Arbeitsagenturen. Gefördert wurde der Tag aus Mitteln des Landes und der EU.  



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