Hunderte klagen über DDR-Heim-Misshandlung
05.04.2010 - Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in Heimen
in der DDR durch Prügel, Einzelhaft oder sexuelle Übergriffe
misshandelt wurden, geht in die Hunderte. Allein seit Beginn der
Aufarbeitung Ende der 90er Jahre «haben wir Kontakte zu 500
ehemaligen Heimbewohnern, die über Leiden und verschiedene
Misshandlungen berichteten», sagte die Leiterin der Gedenkstätte
Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, Gabriele Beyler, am Montag. Diese Zahl beziehe sich auf Opfer quer durch
die DDR.
«Es müssen nicht alle ehemaligen offenen und geschlossenen Jugend- und Kinderheime betroffen sein, aber ein großer Teil», berichtete Beyler, die ständig im Kontakt mit Anlaufstellen für Betroffene steht. Seit den jüngsten Berichten über sexuelle Übergriffe in Kirchen und in DDR-Heimen würden sich täglich weitere Heim-Opfer melden.
Betroffen sind neben der geschlossenen Anstalt in Torgau, Heime in
allen Ost-Ländern. Dazu zählen Sonneberg in Thüringen, Pretzsch in
Sachsen-Anhalt, die sächsischen Orte Meerane, Eilenburg und Leipzig
sowie Einrichtungen, die zum ehemaligen «Kombinat der Sonderheime
Berlin» gehörten.
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