Erzbischof: Vergebung in den Blick nehmen
05.04.2010 - Das geistliche Oberhaupt der
Mecklenburger Katholiken, der Hamburger Erzbischof Werner Thissen,
hat zu Vergebung aufgerufen. In seiner Osterbotschaft mahnte er einen
neuen Umgang mit der Schuld an. «Was passiert ist, ist passiert. Das
lässt sich nicht mehr rückgängig machen, sagte mir jemand im Gespräch
über Missbrauchsfälle», betonte Thissen in seiner Predigt am frühen
Ostersonntag im St. Marien-Dom zu Hamburg. Die Menschen könnten sich
Gott und der Welt auf neue Weise zuwenden. «Nicht mehr in der
Perspektive von Schuld und Tod, sondern in der Perspektive von
Vergebung und Leben», sagte der Erzbischof.
Gleichzeitig erinnerte er an das jüngste physikalische Experiment
in Genf, das die Situation des Urknalls simulieren sollte. «Man will
wissen: Wie war das am Anfang der Welt», sagte Thissen. «Ostern ist
keine Simulation. Ostern vermittelt uns tatsächlich den Urknall: Die
Ursprungssituation des Menschen ist wieder erreichbar, ohne Schuld
und mit ewigem Leben. Erreichbar nicht durch menschliche Energie und
Fähigkeit. Erreichbar durch Tod und Auferstehung Jesu.»< zurück
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