Streik in Neubrandenburg
23.03.2010 - In Neubrandenburg haben am Dienstag-Morgen überraschend die Bus-Fahrer gestreikt. Es sollte Druck in den Tarifverhandlungen gemacht werden. Die Führung der Verkehrsbetriebe der neu.sw sowie die Kunden wurden von der Aktion überrascht. Geschäftsführer Holger Hanson sagte dem Privatsender ANTENNE MV, dass der Streik am Morgen nicht mehr zu verhindern war. «Ich bin beim Streikführer von ver.di gewesen. Er war der Meinung, er steht nicht auf unserem Gelände. Mehr konnten wir nicht tun, wir wollen die Situation auch nicht eskalieren lassen. Dann bin ich am Mittwoch ganz gespannt, was der Verhandlungsführer uns mitzuteilen hat», so Hanson.

Es geht um mehr Geld. Seit drei Verhandlungsrunden saß man zusammen. Am Mittwoch ist das nächste Treffen geplant. Man sei aber der Meinung, dass das Gesamtangebot an die 80 Mitarbeiter für 1,5 Prozent mehr Lohn akzeptabel sei. «Wir liegen mit unserem Angebot sogar noch über den Abschlüssen für den Öffentlichen Dienst von 1,3 Prozent, insofern ist mir nicht klar, was ver.di beanstandet. In diesem Fall muss sich ver.di fragen lassen, was der Unfug soll. Die Arbeitgeberseite bricht ja die Verhandlungen auch nicht einfach ab», ärgert sich Hanson über die unangekündigte Aktion. Er sieht alle Möglichkeiten der Verhandlung weiter offen. Bleibt neu.sw beim Angebot der Lohnerhöhung von 0,5 Prozent für das Jahr 2010 und noch einmal ein Prozent für 2011? «Ja, selbstverständlich», sagte der Geschäftsführer der neu.sw ANTENNE MV.

Holger Hanson hatte nach eigenen Angaben keine Anzeichen gehabt, dass die Gewerkschaft diesen Schritt plante. Auf verteilten Flugblättern hatte er auch keinen triftigen Grund für die Aktion gefunden. Der Chef der Neubrandenburger Stadtwerke glaubt auf ANTENNE MV Nachfrage, dass der Großteil seiner Mitarbeiter im Nahverkehr dem Warnstreik nicht zugestimmt hätte. «Der überwiegende Teil ist gewerkschaftlich gar nicht organisiert, der fand das gar nicht lustig, dass er am Morgen nicht vernünftig arbeiten konnte. Letztlich wird es auf dem Rücken der Menschen ausgetragen, das müssen die Busfahrer dann wieder aushalten, die ihren Dienst verrichten möchten.» Bis halb sieben blieben fast alle Busse im Depot. «Heute Morgen hätten 32 Fahrzeuge rausgehen müssen. Es streiken nicht alle. Ver.di blockiert die Ausfahrt. Den überwiegenden Teil der Fahrzeuge hätten wir heraus bringen können. Ein Fahrzeug konnten wir als Notdienst einsetzen, aber das half natürlich auch nicht viel.» Der Schülerverkehr konnte dann weitgehend pünktlich verlaufen, hieß es von der neu.sw abschließend.



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