Kritik an Aufklärungswillen der Katholischen Kirche
18.03.2010 - Scharfe Kritik an Aufklärungswillen der Katholischen Kirche in Mecklenburg übt der Opferverein «Weißer Ring». Zwei neue Missbrauchsfälle im Land aus den 50ern und 90ern Jahren hat das Erzbistum Hamburg zwar der Staatsanwaltschaft gemeldet, doch ohne Details. Veit Schiemann vom «Weißen Ring» sagte dem Privatsender ANTENNE MV: «Das ist zu wenig Anhaltspunkt für die Verfolgungsbehörden, um tatsächlich tätig zu werden. Je mehr Informationen die Behörde hat, desto eher kann sie ermitteln.»

Der Verein kritisiert die Opfer-Hilfe der Kirche auch generell. «Wenn das Opfer sicher sein möchte, dass der Täter belangt wird, allein der Gang zum Kirchenmenschen, der dann vielleicht der Staatsanwaltschaft gerade einmal mitteilt, dass in den 90er Jahren was passiert ist, das reicht dann nicht.» Veit Schiemann weiß, dass Hilfe auch unterschiedlich gehandhabt werde. «Es ist sehr stark Personen abhängig, wer im jeweiligen Bereich zuständig ist in der Kirche für die Betreuung der Opfer. Wir haben in anderen Bundesländern Personen in diesen Positionen, die die Täterseite bisher quasi vertreten haben. Die haben wenig Verständnis für die Belange der Opfer.» Der Opferverein «Weißer Ring» würde anders agieren. «Wir haben einen Vorteil gegenüber der Kirche, gegenüber Anwälten, gegenüber Staatsanwälten. Wir überzeugen niemanden, dass er gegen seinen Willen etwas macht. Wir beraten die Opfer natürlich in jede Richtung, was dort gemacht werden kann, aber das Entscheidungsurteil trägt das Opfer», sagte Veit Schiemann ANTENNE MV.



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