Ministerin für Verjährungsreform
10.03.2010 - Immer mehr Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit kommen ans Tageslicht. Mecklenburg-Vorpommerns Justizminister Uta-Maria Kuder fordert im Interview mit dem Privatsender ANTENNE MV, dass über neue Verjährungsfristen nachgedacht werden sollte. Denn wenn ein Täter momentan drei Jahre nach einem Kindesmissbrauch gefasst werden kann, dann «ist er im Moment aus dem Schneider nach dem jetzigen Recht.» Das würde die Ministerin ändern wollen.

Kuder stell zunächst aber fest, «dass die alten Fälle nicht durch eine Änderung der Verjährungsfristen aufgearbeitet werden können. Rückwirkend kann man Verjährungsfristen nicht verlängern. Zudem muss man auch immer wissen, je länger eine Straftat vorbei ist, umso schwieriger wird sie aufzuklären sein. Insofern sind Verlängerungen von Verjährungsfristen durchaus problematisch, zumal wir gerade in Missbrauchsfällen lange Verjährungsfristen von bis zu 20 Jahren bei schweren sexuellem Missbrauch oder Vergewaltigung haben.» Doch die Justizministerin aus Schwerin glaubt daran, dass zivilrechtliche Ansprüche erweitert werden könnten. «Also zum Beispiel Kosten einer Therapie, Schadenersatz, Schmerzensgeldansprüche der Opfer, inwieweit wir hier Verjährungsfristen verlängern könnten. Darüber müssen wir ernsthaft reden, weil die laufen bereits nach drei Jahren aus und da müssen wir natürlich sehen, inwieweit wir das kompatibel machen mit dem, was im Strafrecht an Fristen da ist.» Uta-Maria Kuder will auf der Justizministerkonferenz im Juni das Thema ansprechen. «Wichtig ist natürlich, es muss auch immer ins Gesamtsystem des Rechts passen. Deswegen muss man das sehr genau prüfen. Ich gehe davon aus, der Kollege aus Niedersachsen hat sich auch dementsprechend schon geäußert, dass wir da etwas auf den Weg bringen werden», sagte die Ministerin ANTENNE MV.



< zurück


Lesen Sie auch hier
Geständnis im Missbrauchsprozess
50 Jahre Mauerbau
Sonntagsöffnungszeiten bleiben erstmal beim Alten
Kirchenklage gegen Bäderregelung
BKA fahndet nach Babyschänder
Jetzt anmelden für Papst-Gottesdienste in Deutschland
Urteil im Missbrauchsprozess am Amtsgericht Bad Doberan
Bischof Abromeit wirbt für Nordkirche
Kirche im Land gegen Castor-Transport
Ermittlungen nach Laubenparty
auf dem Weg zur Nordkirche
Justizministerin Kuder plädiert für Härte geltender Gesetz
Immer mehr Missbrauchsopfer melden sich in MV
Rostocker U-Haft wegen Kinderschänder-Verdachtes
Seelsorge am Telefon für Missbrauchsopfer:
Anlaufstellen in MV für Missbrauchsopfer
MV erwartet viel von Rundem Tisch
Bischof-Rücktrittsangebot in MV begrüßt
Kinderschutzbund MV: Kinderrechte ins Grundgesetz
Umfrage: Kirchenaustritte vor allem in Schwerin
Missbrauchsverdacht war Fehlalarm
Neue Bäderregelung kommt zum Sommer
Gericht kippt Sonntagsöffnung in MV
Hunderte klagen über DDR-Heim-Misshandlung
Erzbischof: Vergebung in den Blick nehmen
20 Millionen Euro für Kirchensanierungen in MV
Nur wenige Predigten befassen sich mit Missbrauch
Nordkirche ohne Kündigungen
Kritik an Aufklärungswillen der Katholischen Kirche
Weitere Missbrauchsfälle in MV - Staatsanwälte informiert
Missbrauch auch bei katholischer Kirche in MV
Mecklenburger Landeskirche steht hinter Käßmann
Schreiben Sie uns einfach jetzt Ihre Meinung zu diesem Nachrichtenthema.



Kommentare

Name*
E-Mail*



Sicherheitscode*

ANTENNE MV Nachrichten

> Aktuelle Nachrichten
> Archiv



Archivsuche



Schwerin, leicht bewölkt, -11°C