Weitere Missbrauchsfälle in MV - Staatsanwälte informiert
17.03.2010 - Mecklenburgs Katholischer Kirche sind inzwischen fünf Missbrauchsfälle bekannt. Weihbischof Norbert Werbs sagte dem Privatsender ANTENNE MV, dass zu den drei bekannten zwei weitere hinzu kamen. «Frisch ans Licht gekommen sind zwei Dinge, wo die eine Sache Anfang der 50er Jahre gewesen sein muss. Und die andere Fall liegt gut zwanzig Jahre zurück. Wir haben mit beiden Fällen den Staatsanwalt betraut. Die anderen Fälle, die wir kennen, sind noch älter.» Nach ANTENNE MV Informationen sind die Staatsanwaltschaften Schwerin und Rostock informiert worden.

Auf Nachfrage hieß es in Schwerin von Oberstaatsanwalt Ralph-Siegfried Ketelboeter: «Zunächst mal muss ich klarstellen, dass also keine Strafanzeige hier eingegangen ist und demzufolge auch keine Ermittlung eingeleitet worden ist. Es ist lediglich so gewesen, dass ein Verfahrensbevollmächtigter des Erzbistums Hamburg um Klärung der Rechtsfrage gebeten hat, ob bei einem Missbrauch, nicht bei einem sexuellen Missbrauch, sondern lediglich Fragestellung Missbrauch, aus den fünfziger Jahren ein Anfangsverdacht für Straftaten besteht oder bereits Verjährung eingetreten ist.» Die Schweriner Ermittler forderten daraufhin, den Verdacht zu konkretisieren, weil sonst der Fall nicht geprüft werden könnte. Die Antwort: «Hieraufhin ist vom Verfahrensbevollmächtigten des Bistums Hamburg erklärt worden, dass eine Konkretisierung der Eingabe nicht erfolgen kann. Üblich ist, dass Eingaben erfolgen, wo ein ganz konkreter Sachverhalt geschildert wird, anhand dessen dann auch die Staatsanwaltschaft in der Lage ist zu prüfen, ob ein strafrechtlicher Anfangsverdacht besteht. Das ist im vorliegenden Fall eben nicht so gewesen», so die verdeckte Kritik der Schweriner Ermittler.

Der Weihbischof des Erzbistums Hamburg hatte zuvor noch erklärt, «laut Gesetzen sind diese Fälle in der Regel verjährt, so dass also mit Strafverfolgung da wenig zu machen ist. Aber wir wollten deutlich zeigen, dass wir die Zusammenarbeit suchen.» Norbert Werbs wirbt dafür, sich mehr um Missbrauchsopfer zu kümmern. «Die Kirche ist bemüht, mit der staatlichen Strafverfolgung zusammenzuarbeiten, um dadurch den Opfern größeren Schutz zu gewähren. Das soll noch verbessert werden. Insofern sind die Vorwürfe der Justizministerin ein bisschen deplaziert, denn das stand nicht in Frage, dass die Kirche mit dem Staat zusammenarbeiten wollte. Die Frage war nur, wann das geschieht, wann die Anzeige geschieht und in welcher Weise», sagte Weihbischof Werbs ANTENNE MV. Die acht schulischen Einrichtung der Katholischen Kirche in Mecklenburg betonten zugleich, dass sie auf Offenheit und Transparenz setzen.



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