Staatsanwalt ermittelt zu Lubminer Atom-Müll-Anzeige
24.02.2010 - Nach einer Anzeige gegen die Energiewerke Nord (EWN) in Lubmin ermittelt die Staatsanwaltschaft Stralsund. Das Unternehmen, das am früheren Atomstandort bei Greifswald ein Zwischenlager für verstrahlte Reaktorteile betreibt, soll dem Vorwurf zufolge radioaktiv belastete Abwässern in den Greifswalder Bodden geleitet haben, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg am Mittwoch.

EWN-Geschäftsführer Dieter Rittscher wies die Vorwürfe als völlig haltlos zurück. Es hätten immer gültige Genehmigungen vorgelegen.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus sagte in einer ersten Stellungnahme dem Privatsender ANTENNE MV: «Die Vorwürfe laufen gegen die Energiewerke Nord. Das ist ein bundeseigenes Unternehmen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und diesen Ermittlungen sollte man nicht vorgreifen. Aus der Sicht der staatlichen Umweltverwaltung ist an diesen Vorwürfen zunächst nichts dran.» Im Zusammenhang mit Abwasser, das in Lubmin zum Kühlen und Reinigen von Atom-Müll im Zwischenlager gebraucht wird, ist auch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow genannt worden. Dazu Backhaus: «Das Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie hat diese Dinge regelmäßig kontrolliert und ich verlasse mich auf unser LUNG.»

Der Umweltminister sieht in der Diskussion aber auch Wasser auf seine Mühlen in der Frage zur künftigen Atompolitik in Deutschland. «Meine Haltung in der Frage der Atompolitik ist eindeutig. Wir sollten so schnell wie möglich aus der Atomenergie aussteigen, dass ist keine Brückentechnologie. Wir haben keine Endlagerung und die Risiken sind einfach zu hoch. Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland mit den sauberen Energien», bekräftigte Backhaus auf ANTENNE MV. Wenn es nach ihm ginge, hat das Zwischenlager in Lubmin keine Zukunft. «Hier läuft zurzeit ein Antragsverfahren beim Innenministerium. Ich erwarte vom Innenminister, dass er dem Antrag nicht statt gibt», sagte Backhaus.



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