Keine Aufträge aus Moskau für die Werftarbeiter in Wismar und Warnemünde
19.02.2010 - Auf Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hatten die Werftarbeiter gehofft. Umsonst. Er holte sich in Moskau eine Abfuhr. Die Lage sei schwierig, der Markt eingebrochen, es gäbe keine Aufträge für die russischen Werften in Wismar und Warnemünde, machte ihm seine russische Amtskollegin Elvira Nabiullina klar. Brüderle hatte bei dem Gespräch kritisch angemerkt, dass die ehemaligen Wadan-Werften von dem russischen Eigentümer schlechter behandelt würden, als russische Werften und das, obwohl Deutschland Werfteigner Jussufow mit offenen Armen empfangen habe. Die russische Seite wies die Kritik zurück. Den beiden Werften in Deutschland würden Aufträge nicht gezielt vorenthalten. Es stecke kein böser Wille dahinter.

Damit haben sich die vielleicht letzten Hoffnungen der Werftarbeiter zerschlagen. Moskau sagt, es gibt keine Aufträge. Werfteigner Jussufow ist bei seiner Akquise alles andere als erfolgreich. Die Landesregierung macht sich Sorgen, will die Transfergesellschaften über den März hinaus aber nicht verlängern.

Die IG Metall hatte Anfang der Woche ihre Forderungen aufgemacht, um die Standorte in Wismar und Warnemünde zu retten. Bund und Land sollen sich auf der Grundlage eines industriepolitischen Konzeptes(Schiffbau, Offshore, Metallverarbeitung) an den Werften beteiligen. Das hat die Landesregierung bereits abgelehnt.

Jetzt wollen Schiffbauer und IG Metall mit einem Brief an die Bundesregierung, zumindest versuchen, das drohende Aus für die Werften doch noch abzuwenden. Anfang kommender Woche werde das Schreiben an Kanzlerin Angela Merkel abgeschickt, kündigte der Rostocker IG-Metall-Bevollmächtigte Rüdiger Klein heute an. In dem Schreiben gehe es noch einmal um eine staatlichen Beteiligung an den Werften. Wismars Oberbürgermeisterin Rosemarie Wilcken und Rostocks Stadtoberhaupt Roland Methling hätten zugesagt, den Brief zu unterzeichnen.



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