Gasverbrauch 20 Prozent höher
17.02.2010 - Der strenge Winter hat in Mecklenburg-Vorpommern den Verbrauch von Gas in die Höhe getrieben. Nach einer Umfrage des Privatsender ANTENNE MV haben die Energie-Versorger im Januar im Schnitt 20 Prozent mehr verkauft als im Januar 2009. Spitzenreiter waren die Stadtwerke Stralsund mit einem Plus von 35 Prozent, Rostocks Stadtwerke melden 25 Prozent mehr als noch im Januar 2009, in Wismar waren es dagegen nur acht Prozent.

Eckhardt Beck, Vertriebsleiter der Stadtwerke Pasewalk, sagte ANTENNE MV, dass seine Kunden die Verkaufssteigerung um 13 Prozent kaum spüren werden. «Wir haben zum Jahresbeginn unsere Gaspreise in den einzelnen Tarifgruppen gesenkt, so dass sich gegenüber 2009 finanziell das nicht so bemerkbar machen wird. Also wir sind mit den Gaspreisen so ca. zehn Prozent runter gegangen, jetzt sind die Mengen um bis 13 Prozent hoch gezogen. Es wird sich ungefähr auch in dem Rahmen wieder bewegen.» Anders wahrscheinlich in Stralsund. Der kaufmännische Leiter bei den Stadtwerken, Ulf Klingenberg, sagte: «Wir haben im Dezember im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Mehrabsatz von ca. 14 Prozent gehabt. Und noch deutlicher in diesem Januar, wir hatten dort im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ca. 35 Prozent mehr Gasabsatz.» Einen Engpass gab es nicht. «Die Stadtwerke an sich haben sich sicherlich im Vorfeld darauf eingestellt. Wir haben unsere Bezugsverträge so, dass also von der Seite her eine Versorgungssicherheit immer da ist. Aber mit so einem extremen Winter hat natürlich keiner gerechnet», so Klingenberg.

Dass der strenge Winter in die Heizkosten geht, merkt auch Detlef Skrodzki, Vertriebsleiter der Rostocker Stadtwerke. «Bei Gas ist es so, dass 99 Prozent der gesamten Mengen in den Heizwärmemarkt gehen. In den letzten Wintern gab es mal ein, zwei Tage, an denen wir etwas kältere Temperaturen hatten. Aber in diesem Winter konkret relativ lange Periode.» Jeder könne aber selbst ausrechnen, wie stark sein Verbrauch steige, so Skrodzki. «Ein Grad wärmer bedeutet bis zu sechs Prozent mehr Energieverbrauch. Und wenn jetzt jemand sagt, er muss es eben 25 Grad warm haben gegenüber einem mit 20 Grad, dann sind das schon fast bis zu 30 Prozent mehr Energieverbrauch. Also man kann schon selber auch gucken.» Dem Rostocker Vertriebsleiter stimmte Ute Beck, Sprecherin der Stadtwerke Schwerin zu. «Das kommt zum größten Teil daher, dass die Bürger aufgrund der lang anhaltenden tiefen Temperaturen auch ein anderes Wohlgefühl empfinden. Sie nehmen kaum eine Nachtabsenkung vor. Zu den Tageszeiten schalten sie die Heizung nicht mehr so weit runter, wie man das sonst tut. Dementsprechend ist natürlich auch der Gasverbrauch dann höher.» In Schwerin stieg der Verbrauch um bis zu 15 Prozent, so ANTENNE MV Informationen.



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