Hiddensee-Fähre bald wieder im Einsatz
16.02.2010 - Nach vierwöchiger Unterbrechung soll die
derzeit defekte Fähre «Vitte» spätestens vom 26. Februar an wieder
ihren regelmäßigen Liniendienst zwischen den Ostsee-Inseln Hiddensee
und Rügen aufnehmen. Zur Zeit arbeiteten Experten des dänischen
Herstellers in Rostock an der Reparatur der Steuerbord-Maschine. «Wir
hoffen, dass die Arbeiten zügig vorangehen und wir vielleicht auch
schon früher wieder den regulären Fährdienst aufnehmen können», sagte
die Geschäftsführerin der Reederei Hiddensee GmbH, Sabine Schmidt, am
Dienstag der dpa. Den Angaben zufolge war während der Fahrten durch
das Eis die Antriebswelle zweimal gebrochen, zudem hatte die Kupplung
Schaden genommen. Aus Sicherheitsgründen werde aber auch die
Backbord-Maschine auf Schäden untersucht.
Die Fähre lag seit dem 28. Januar im bis zu 30 Zentimeter dicken
Eis vor Hiddensee fest und war am 7. Februar von einem Eisbrecher zur
Reparaturwerft in Rostock geschleppt worden. Die Urlauberinsel musste
zeitweise aus der Luft versorgt werden. Seit dem 7. Februar laufen
eisbrechenden Spezialschiffe, sogenannte Tonnenleger, die Insel an
und bringen Lebensmittel. Am Donnerstag soll die «Ranzow» in
Schaprode anlegen. Für Freitag seien mehrere Fahrten nach Vitte
geplant, bei der auch weitere Fracht transportiert werden könne. Der
Transport von Personen, Post und Medikamenten werde allerdings bis
auf weiteres nur per Hubschrauber möglich sein, hieß es.
Hiddensee war Anfang Februar tagelang wegen des starken
Eises völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Einem Bericht des
Rundfunksenders NDR 1 Radio MV zufolge wollen sich Inselbewohner in
einem offenen Brief über die mangelhafte Versorgungssituation
beschweren. Hintergrund sei, dass das Land die Betriebspflicht für
die Fähre vorübergehend aufgehoben habe. Laut NDR müsste die Reederei
die Insel täglich anfahren. Dem Antrag der Reederei auf Aussetzung
der Betriebspflicht habe das Land zugestimmt, mit der Begründung,
Güter- und Personenverkehr seien anderweitig abgesichert.
Reederei-Geschäftsführerin Schmidt reagierte mit Unverständnis auf
die massive Kritik. «In den zurückliegenden Tagen wurde weit mehr
Fracht nach Hiddensee gebracht als wir es mit der "Vitte" sonst tun.
Sogar Baustoffe wurden transportiert. Und auch in den kommenden Tagen
ist die Versorgung gesichert», betonte Schmidt.< zurück
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