Kommunen karren Schnee
02.02.2010 - Bevor neuer Schnee fällt, beginnen die Kommunen damit, sich von ihrer Schnee-Last zu befreien. In vielen Orten gibt es auch noch ausreichend Platz, zu dem der Schnee gebracht werden könnte, so eine Umfrage des Privatsenders ANTENNE MV.

Boizenburg sperrt an diesem Dienstag erste Straßen ab. Bürgermeister Harald Jäschke sagte ANTENNE MV: «Wir haben vor, ab heute den Schnee in der Altstadt abzufahren, aus den engen Straßen. Dafür gibt’s hier in der Altstadt Parkverbotsbereiche, die nur für den heutigen Tag gelten.» Direkt am Hafen und auf den Festwiesen sei genug Platz, so der Bürgermeister. Harald Jäschke bittet die Einwohner, den Schnee auf den Gehwegen zu lassen, «weil wir holen ihn dann auch da ab, damit die Straßen nicht noch enger werden als sie ohnehin schon sind.» Ähnliches ist im Ordnungsamt Crivitz geplant, so Hartmut Paulsen: «Wir überlegen, dass wir doch den Schnee schon teilweise aus der Stadt herausfahren. Wir haben damit angefangen.» Wismar wartet ab, sagt Sprecher Frank Junge ANTENNE MV. «Wir haben noch keinen Plan, wonach LKW und Bagger durch die Straßen ziehen. Doch wenn jetzt noch Schnee kommt, ist genügend Zeit darauf zu reagieren.»

Auch aus der Hansestadt Rostock wird noch kein Schnee gekarrt. Aber auf der «Kröpi» liegt ein vier Meter hoher Schneeberg, der die Kinder erfreut. Stralsund kippt den Schnee auf den Bauhof und die Parkplätze, so Stadtsprecher Peter Kosslik. Wenn diese Kapazitäten ausgeschöpft sind, «dann haben wir noch genügend andere Plätze, wo wir den Schnee auch abkippen können.» Pasewalk schiebt seinen Schnee schon fleißig vor die Stadt, sagte Fred Lübke vom Ordnungsamt. «Was natürlich nicht passieren darf, dass wir den Schnee in die Flüsse schippen. Da achten auch unsere Unternehmen darauf, das ist umweltschädlich. Daher gibt es dann Flächen, wo der Schnee abgelagert wird, der raustransportiert wurde. Das können umliegende Grünflächen oder Rasenstücke sein, da kann der Schnee immer schön rauf.» So sieht es auch Röbels Bürgermeister Heiner Müller: «Wir hier in Röbel haben in unserem Gewerbegebiet noch zwölf Hektar, die derzeitig noch nicht bebaut sind. Schnee loszuwerden ist also nicht das Problem.»

In vielen Kommunen können auch Privatleute ihren Schnee auf freien Flächen ablagern. Röbels Bürgermeister Müller sagte ANTENNE MV: «Die Privatleute können natürlich auf Freiflächen, die sich in der Stadt anbieten, ihren Schnee hinbringen. Aber ich bin selbst Betroffener und so einfach ist das nicht, denn man braucht ja Transportmittel dazu. Also das ist schon eine schwierige Situation, wo sich jeder selbst helfen muss und in einer Kleinstadt auch selbst hilft.» Das Amt Parchim Umland hat nach eigenen Angaben dagegen keine Flächen für Private, auch Neustrelitz nicht. Stadtsprecherin Petra Ludwig bezweifelt auch, dass die Schneemassen privat so einfach transportiert werden könnten. Im Amt Löcknitz-Penkun kann man sich melden, dann wird Betroffenen geholfen. In Schwerin kommt der Schnee auf städtische Flächen. Seit gestern werden Straßen abgesperrt, um Schnee zu räumen.



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