Dem Bildungsminister ist zum Ende seiner Zeit als Vorsitzender der Kultusministerkonferenz (KMK) wichtig, dass die Länder in Bildungsfragen zusammengerückt sind, obwohl es durch Landtagswahlen verschiedene KMK-Konstellationen gab. «Wichtig ist, dass wir viele Länder haben, die mitmachen wollen. Und nach meiner festen Überzeugung wird das nur gelingen, wenn man mal sagt, wann wir den Einstieg finden wollen. Nach meiner Überzeugung muss man jetzt sagen im Jahr 2010, dass im Jahr 2014 der Einstieg kommen muss. Alles andere halte ich nicht für redlich», so Tesch. Es herrsche auch in der Sache weitgehend Einigkeit. «Der Streit ist wahrscheinlich viel fachlicher als der eine oder andere vermutet. Uns sind viele Dinge, gerade auch in der Mathematik sehr lieb, zum Beispiel ein „Teil ohne Hilfsmittel“. Das kennen andere Bundesländer gar nicht, so etwas würden wir natürlich gern durchgesetzt sehen. Insofern muss sich Mecklenburg-Vorpommern an den Stellen nicht verstecken. 2014 muss der Einstieg kommen.» Tesch, der am 22. Januar den KMK-Vorsitz an Bayern übergibt, aber Vize aller deutschen Bildungsminister bleibt, findet vier Jahre Vorbereitungszeit sinnvoll. «Sie können das ja nur im Rahmen einer Freiwilligkeit machen. Man muss da natürlich sehen, wie weit die einzelnen Länder dann sind, was die Umsetzung bestimmter Standards und auch bestimmter Unterrichtsinhalte mit den Schülern betrifft. Ich glaube, ein Fehler auch in der Vergangenheit in der Diskussion in den alten Ländern über 12- oder 13-jähriges Abitur war, wenn man über Nacht etwas einführt, wenn man die Rahmenpläne nicht von vornherein überarbeitet. Sie müssen es ja mit den jungen Menschen machen und nicht gegen sie. Darum muss man auch so langfristig sagen, wann der Einstieg kommt. Ich glaube, wenn man jetzt die Acht-, und Neunklässler im Blick hat, dann sollten eigentlich die im Abitur dann schon deutschlandweit wenigstens ein Teil der Aufgaben gemeinsam lösen in Deutsch und Mathematik», sagte Henry Tesch ANTENNE MV.
Die FDP im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat bei dem Plan Bedenken, so Gino Leonhard. «Wenn es sich darauf reduziert, dass wir ein Zentralabitur in Deutschland einführen wollen, dann wird es keine Zustimmung der FDP-Fraktion geben, weil sich ein Zentralabitur automatisch damit verbindet, dass es mehr Logistik, mehr Kontrolle und weniger Standards geben wird. Darüber hinaus haben wir die Befürchtung, dass es mehr Bürokratie geben wird durch ein Zentralabitur. Wir brauchen dringend Eigenständigkeit in den Schulen. Das ist unser Anspruch als Liberale. Das werden wir auch zukünftig einfordern.» Auch der Wettbewerb könnte laut FDP-Fraktion leiden. Noch entscheidender ist aber für den Abgeordneten Leonhard die Tatsache, wenn das Zentralabitur in Mathematik und Deutsch 2014 eingeführt wird soll, wäre das ein Jahr nachdem die entzerrte Ferienregelung in Deutschland greifen soll. «Zu berücksichtigen ist die Frage einer einheitlichen Ferienregelung, die wir gerade aus Sicht Mecklenburg-Vorpommerns entflechten wollen, damit wir uns nicht nur ausschließlich auf die Sommerferien konzentrieren müssen im Land. Und eine zweite wichtige Frage ist, wenn wir ein Zentralabitur schaffen wollen, hieße das im Zweifel, dass man ein deutschlandweites, neues Prüfungsszenarium entwickeln müsste», sagte FDP-Fraktionsmitglied Gino Leonhard ANTENNE MV.
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