Ver.di: Streik nicht zwingend
13.01.2010 - Vor den Tarifverhandlungen für Bedienstete von Bund und Kommunen hat auch die Gewerkschaft ver.di in Mecklenburg-Vorpommern die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld bekräftigt. Landesbezirksleiter Rüdiger Timmermann sagte dem Privatsender ANTENNE MV: «Wenn man sieht das der Arbeitgeber oder die Politik in der Lage sind Steuergeschenke zu verteilen an Hoteliers, Erben oder Unternehmen, dann kann das ja nicht so sein, dass diese Steuergeschenke zu finanzieren sind durch Lohnverzicht von den Beschäftigen. Wenn sie Geschenke verteilen, müssen sie eine Finanzierung sichern und die Beschäftigten kriegen ihren angemessenen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung.» Fünf Prozent findet Timmermann angemessen. «Wir haben im öffentlichen Dienst eine allgemeine Entwicklung, wir haben Preissteigerungsraten, und wir haben erheblichen Arbeitsplatzabbau im öffentlichen Dienst. Die Beschäftigten haben Schule zu finanzieren, haben ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Und da finde ich, dass fünf Prozent doch eine eher moderate Forderung ist», so der ver.di-Landesbezirksleiter Nord weiter.

Drohende Streiks für Anfang Februar sieht Timmermann nicht für zwingend an. Er sagte ANTENNE MV, dass bis Ende Februar Klarheit über eine Einigung herrschen müsste. Wenn nicht, werde es eine weitere Auseinandersetzung geben, «und dann werden auch die Tarifverhandlungen länger dauern. Alle Welt sagt ja im Moment, dass die Verhandlungen hart und schwer werden. Einfach sind sie nie. Ich warte das mal in Ruhe ab. Wir brauchen den Arbeitskampf nicht. Allerdings scheuen wir uns auch nicht, wenn wir gezwungen werden, ihn führen zu müssen. Weil ein Ergebnis wird nur herauskommen, wenn beide Seiten sagen, das ist ein fairer Kompromiss.» Der ver.di-Landesbezirksleiter bekräftigte abschließend: «Ziel von Tarifverhandlungen ist nicht zu streiken, sondern Ziel von Tarifverhandlungen ist ein vernünftiges Ergebnis zu kriegen. Und wenn wir das ohne Streik bekommen, dann ist das umso besser. Wir bereiten uns auf Warnstreiks und Arbeitskampfmaßnahmen vor. Ob wir sie einsetzen müssen, das warten wir mal ab.»



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