Thomalla mahnt, zu den Wurzeln zurück zu kehren. «Das kommt aus dem Preußischen und meint etwas, was man versteht. Doch mittlerweile verwendet man in unseren Ämtern sehr viele englische Worte. Unsere Bürgermeister kritisieren sehr oft bei Veranstaltungen im Sparkassenbereich, bei ihren Unternehmen, dass Vorstände oder auch Aufsichtsratsvorsitzende ihre Sprache nicht sprechen und insofern auch gar nicht verstehen, was sie da meinen.» Die Beispiele kennt er aus MV. «Ich hatte meine Erfahrungen gesammelt, dass man sehr oft von Bürgermeistern hört, wenn sie in Veranstaltungen, bei Vorträgen sind, die dann auch mal reinrufen: Red’ doch mal deutsch, wir verstehen das ganze nicht. Ich glaube, das ist etwas, was sich bei uns schon ein stückweit vergegenständlicht hat. Doch die Initiative an sich ist eine unterstützenswerte Sache, weil man wachrütteln kann», sagt Michael Thomalla ANTENNE MV.
Der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages in Mecklenburg-Vorpommern hofft, dass sich die Initiative auf alle Bereiche des Amtslebens ausdehnt. «Das ist nicht nur ein Verhältnis der Bürgermeister mit Unternehmen, sondern es ist im Wesentlichen auch ein Verhältnis, was das Amt und die Verwaltung gegenüber den Bürgern praktizieren sollte. An der Sache mit gutem Beispiel vorangehen, also Dinge, die sie selbst kritisieren, dann auch zu praktizieren gegenüber ihren Bürgern, ist eine logische Schlussfolgerung.» Das Projekt in Kyritz hält Thomalla für so interessant, dass er sich schon bald näher informieren will. «Das würde ich mir gern noch einmal genauer ansehen wollen, auch was die Uni in Bochum gemacht hat. Ich glaube, das ist eine Sache, über die auch der Verband des Städte- und Gemeindetages seine Mitglieder informieren sollte», sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages.
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