MV-Unternehmer verärgert über Linke und Bodenreform
19.11.2009 - Betroffene sind verärgert über den Antrag der Linkspartei zur Bodenreform. Gefordert wird, die Enteignungen in der Sowjetischen Besatzungszone ein für alle Mal anzuerkennen. Doch die neue Bundesregierung will die Bodenreform noch einmal überprüfen. Enno Glantz, Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern, ist sauer und sagte dem Privatsender ANTENNE MV: «Das ist für mich als Vertreter einer beteiligten Familie völlig unverständlich und das möchte ich auch aufs Schärfste zurückweisen. Es ist für mich nicht zu verstehen. Es war keine Bodenreform sondern eine Vertreibung und Enteignung unserer Familien. Unsere Familie war tief verankert seit 300 Jahren in Mecklenburg. Diese Vertreibung und die Folge die Enteignung hat unsere Familie voll aus der Bahn geschmissen.» Er begrüßt die Pläne der Bundesregierung. «Es ist gesetzlich verankert, dass eine Entschädigung gezahlt werden sollte. 11 000 Anträge sind noch gar nicht bearbeitet. Es ist ein Unding, dass die noch gar nicht entschädigt worden sind. Seit 1995 gibt es das Gesetz. Die sogenannte angemessene Entschädigung liegt nach der Gesetzeslage bei drei Prozent. Das ist für mich nicht angemessen und deswegen begrüße ich, dass die Bundesregierung das Thema zumindest wieder auf die Tagesordnung stellt. Was dabei heraus kommt, muss man halt sehen.» Agrarminister Till Backhaus hatte erneut verlangt, die Diskussion über eine Revision der Bodenreform endlich zu beenden. «Auch das kann ich nicht verstehen und würde es sehr begrüßen, wenn dazu mal eine Diskussion in Gang kommt. So kann es nicht stehen bleiben.» Der Chef des Erdbeerhofes Glantz denkt, dass sich es der Minister leicht machen will und vor dem Thema weglaufe. «Ja, so würde ich das bestätigen, das ist eine ganz schwierige Situation 20 Jahre danach. Darüber muss diskutiert werden.» Enno Glantz sagte ANTENNE MV abschließend, dass seit seines Großvaters seine Familie so tief verwurzelt sei mit der Sache, «dass man das nicht wegsteckt. Deswegen auch meine emotionale scharfe Kritik an der Sache. Ich möchte aber auch sagen, dass die Rückkehr, die wir machen konnten auf unseren Familienwohnsitz in Hohen Wieschendorf eine ganz tolle Sache ist und der schönste Teil meines Lebens. Ich will auch das Positive sagen, aber die Folgen der ganzen Sache sind für mich nicht akzeptabel. Die Bodenreform, die keine war muss jetzt mal ausdiskutiert werden.» Unterstützung kommt von CDU und FDP in Mecklenburg-Vorpommern.



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