Pensionswut vor Schloss
18.11.2009 - Die Gewerkschaft der Polizei GdP wirft Ministerpräsident Sellering Potemkinsche Dörfer vor. Denn Sellering verschweige, dass künftig Polizisten und Feuerwehr-leute zwangsweise in den vorzeitigen Ruhestand geschickt werden. Denn bis 62 arbeiten gehe bei der Belastung nicht, so GdP Chef Silkeit. «Wer sich nach monatelangen Verhandlungen und nach dem er einen tragfähigen Kompromiss zerstört hat, hinstellt und immer noch über Schlupflöcher bei Feuerwehr und Polizei schwadroniert, obwohl er weiß, dass es diese nicht gibt und die Kollegen statt dessen zwangsweise in den vorzeitigen Ruhestand geschickt werden, der baut sich potemkinsche Dörfer und betreibt Selbstbeweihräucherung», so Silkeit.

Regierungschef Erwin Sellering und Innenminister Lorenz Caffier hatten zuvor gemahnt, dass auch andere erst mit 67 in Rente gehen dürfen. Sellering sagte dem Privatsender ANTENNE MV zu den protestierenden Polizisten vor dem Schloss: «Dass man engagiert seine Interessen wahr nimmt, dafür habe ich immer Verständnis. Wir müssen das abwägen. Alle müssen länger arbeiten, haben längere Arbeitszeiten. Das muss auch für Polizei und Feuerwehr gelten. Wir haben ja schon besondere Regelungen eingezogen. Also diejenigen die schon viele Jahre Schichtdienst gemacht haben, die können deutlich eher in Pension gehen. Wir wissen aber auch, dass dann, wenn man den schweren Dienst nicht mehr tun kann, auch die Möglichkeit für den Innendienst da ist. Wir müssen eben auch Feuerwehrleuten und Polizisten das zumuten, was anderen zugemutet wird. Sie haben ja schon Sonderregelungen.» 150 Beamte haben vor dem Schloss gegen die Pläne, das Pensionseintrittsalter von 60 auf 62 zu erhöhen demonstriert.



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