Der Prozess um einen Versicherungsbetrug und ein Feuer auf einer Yacht hat vor dem Stralsunder Landgericht eine überraschende Wende genommen. Der Bootsbesitzer aus Sassnitz ließ heute von seinem Anwalt erklären, er habe von der Versicherung 37.000 kassieren wollen. Allerdings habe er das Boot dafür nicht in Brand gesteckt. Vielmehr sei das Feuer durch grobe Fahrlässigkeit entstanden.
Eine offene Petroleumheizung in der Kajüte der "Vivien" sei Ursache für den Brand gewesen. Er selbst, so der 44-jährige, habe beim Ausbruch des Feuers am Ruder gestanden. Die Heizung könne eine Rolle gespielt haben. Gleichzeitig belastete der Mann auch seinen 30-jährige Mitfahrer - der sei Kettenraucher und habe sich in der Kabine aufgehalten, als es zu brennen begann.
Das Feuer sei nicht zu löschen gewesen. Er und sein Mitfahrer waren davon ausgegangen, dass die Versicherung nicht zahlen würde, weil die Heizung nicht zugelassen war. Deshalb habe man sich darauf geeinigt, einen technischen Defekt im Motorraum anzugeben. Die Yacht war gesunken, beide Männer waren gerettet worden. Das Boot war erst im letzten Mai, ein Jahr nach dem Untergang, gehoben worden.
Die Anklage war zu Prozessbeginn davon ausgegangen, dass der Besitzer des Bootes selbst Feuer gelegt hatte, um die Versicherungssumme zu kassieren. Sein Mitfahrer sei dabei in Lebensgefahr geraten. Die Ermittlungen hatten weitere Ungereimtheiten ergeben. Ein Polizist berichtete, auf dem Computer des Bootsbesitzers seien Beschreibungen des Unfallhergangs gefunden worden und auch Anweisungen für die Aussagen des Mitseglers. Der 30-jährige sei nach dem Untergang der Yacht von dem Bootsbesitzer bedroht worden.
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