Gedenken im Bunker
08.11.2009 - Rund um den 20. Jahrestag des Mauerfalls beteiligt sich die Hälfte der Schulen in Mecklenburg-Vorpommern an dem Projekttag, zu dem Bildungsminister Henry Tesch aufgerufen hat. Sechs Klassen werden den Nachrichtenbunker Eichenthal bei Bad Sülze besuchen, den Götz Thomas Wenzel privat jahrelang aufgearbeitet hatte. Wenzel sagte dem Privatsender ANTENNE MV: «Der Bunker ist heute ein Symbol des Kalten Krieges. Der Kalte Krieg hat dazu geführt, dass die Mauer vor 20 Jahren fiel. Das wird von anderen so reflektiert, dass ich um dieses Datum herum sehr viele Schulklassen hier habe, die sich extra deswegen, um dessen zu gedenken, dieses Museum ausgesucht haben. Das freut mich sehr. Das ist ein Ziel, das ich schon lange hatte und bisher nicht erreichen konnte.» Mit Licht und Show-Effekten entwickelte Wenzel eine sehr anschauliche Tour durch den Nachrichtenbunker, der im Atomkriegsfall die Kommunikation aufrecht halten sollte. Bildungsminister Tesch sei er für den Projekttag sehr dankbar, sagte der Bunker-Chef ANTENNE MV. Tesch selbst sagte allen derartigen Projekt-Betreibern Unterstützung zu. DDR-Geschichte könne man so früh wie möglich Schülern nahebringen. «Wenn ich ganz ehrlich sein soll, haben wir uns als Kultusminister ja so ab der 5. Klasse diesem Thema mit dem Beschluss zugewandt. Aber es ist erfreulich, dass in MV viele Schulen, die auch mit Grundschulen verbunden sind, sich diesem Thema widmen und auch viele Grundschulen. Es gibt also keine Grenze, wenn man es pädagogisch mit seinen Schülerinnen und Schülern aufarbeitet», so Tesch.

Der Tag des Mauerfalls ist für Ministerpräsident Erwin Sellering und Innenminister Lorenz Caffier vor allem ein Tag, an dem die Leistungen der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt werden sollten. Sellering hob im ANTENNE MV Interview hervor, dass ohne den Druck der Massen die Mauer vielleicht nie so spektakulär und nachhaltig gefallen wäre. Das verdiene Respekt. Caffier fügte hinzu: «Über Nacht stellte sich alles um. Sie hatten nicht nur eine Krankenversicherung, sie hatten hundert. Sie hatten nicht nur eine Sparkasse, sie hatten fünfzig. Jeder Gymnasiast aus den alten Ländern konnte ihnen mehr über Geld anlegen, Krankenversicherung erklären als wir. Und neben dieser Umstellung mussten sie sich neu sortieren in der Frage „Arbeit“. Davor sollte man immer Respekt haben, weil man das nicht hoch genug einschätzen kann, dass das so gelaufen ist.» Innenminister Caffier hob auf ANTENNE MV ebenfalls hervor, dass in 20 Jahren viel geschaffen wurde. Allein in Schwerin sei es zu sehen. Ohne Wende sei die Schelfstadt in sich zusammen gefallen, so Caffier. Sellering ergänzte: «Dieses Land ist wunderschön geworden. Wir haben die Dörfer, die Städte renoviert. Wir haben Wirtschaft aufgebaut, immer noch nicht genug, aber wir sind mitten dabei. Wir sind das Tourismusland Nummer eins. Wunderbare Hotels sind entstanden, die früheren Herrenhäuser sind renoviert. Da muss man sagen, da sind wir wirklich sehr weit voran gekommen», sagte Sellering. Am Montag erinnern viele Veranstaltungen an den Tag des Mauerfalls 1989.



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