Die EU-Kommission hat überraschend vorgeschlagen, die Fangquoten für den Dorsch und für den Hering in der westlichen Ostsee zu erhöhen. Das widerspricht der Empfehlung von Wissenschaftlern, die sich für eine weitere Senkung der Quote ausgesprochen hatten.
Der Vorschlag sieht eine Staffelung nach Gebieten vor. In der westlichen Ostsee, die auch von den deutschen Kutter- und Küstenfischern befischt wird, könnte die zulässige Fangmenge auf knapp 21.000 Tonnen steigen, das wäre ein Plus von über 30 Prozent. In der mittleren Ostsee und vor Riga sollen die Fangmengen dagegen weiter sinken. Die Quoten für den Dorschfang sollen je nach Bestand um 13 bzw. 15 Prozent angehoben werden. Beschlossen ist aber noch nichts. Nächsten Monat tagt der Rat für Fischerei.
Der Chef des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, Norbert Kahlfuß, reagierte zurückhaltend. Bisher hätte sich die Kommission immer an die wissenschaftlichen Empfehlungen gehalten. Zudem würde eine Quotenerhöhung in dieser Größenordnung lediglich bedeuten, dass man wieder das Niveau von 2010 erreicht habe. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch rund 250 Berufsfischer.
Kritik an den Vorschlägen der Kommission kommt von den Wissenschaftlern. Die Heringsbestände würden sich nur langsam erholen. Es sei falsch. die "Haut des Bären" bereits jetzt zu verteilen.
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