Nach den monsunartigen Regenfälle der vergangenen Tage entspannt sich die Hochwasserlage im Land zunehmend. Für Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk zeichnet sich ein Ende des Dauerstresses ab.
Rostock (dpa/mv) - Langsames Aufatmen vor allem im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Nach tagelangem Regen zeigte sich an vielen Orten am frühen Sonntagnachmittag endlich wieder die Sonne, schnell gab es auch wieder sommerliche Temperaturen. Doch für die vielen Helfer von Feuerwehren oder technischem Hilfswerk gab es zunächst keine Pause, denn noch immer mussten Keller ausgepumpt und Straßen geräumt werden. Am Freitag und Samstag hatte sich noch teilweise ein chaotisches Bild geboten: Die randvollen Entwässerungsgräben konnten die Niederschläge nicht mehr aufnehmen, Hauskeller liefen voll.
Vor allem in Greifswald gab es auch am Sonntag für die mehr als 60 Helfer mächtig zu tun, hieß es von der Rettungsleitstelle. Pro Minute mussten 40 000 Liter Wasser aus einem Rückhaltebecken in den Stadtgraben gepumpt werden. Sandsackbarrieren wurden aufgebaut.
In Graal-Müritz nordöstlich von Rostock musste auf einer Breite von sechs Metern die Düne durchbrochen werden, um die Wassermassen aus der Rostocker Heide zu bändigen. Mehrere Bagger waren im Einsatz. «Da blutet einem das Herz», sagte der Chef des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Rostock, Hans-Joachim Meier. Alle bisherigen Maßnahmen hätte nicht genügend Wirkung gezeigt, nur mit dem Dünendurchbruch hätte die Gemeinde geschützt werden können.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Neubrandenburg waren am Sonntag noch viele Straßen im Osten gesperrt. Sie waren alle wegen Überflutung unpassierbar. Dabei habe es sich vor allem um Landes- oder Kreisstraßen gehandelt, aber auch die B104 zwischen Zerrenthin und Löcknitz war betroffen.
Eine genaue Übersicht über die Zahl der leergepumpten Keller oder gesperrten Straßen gibt es noch nicht, auch keine Gesamtschadenssumme. Klar ist jedoch nach Polizeiangaben, dass sich die Hilfskräfte mit den Folgen des Dauerregens noch einige Tage beschäftigen müssen.
Die Schäden sind Folgen des nassesten Julis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Mecklenburg-Vorpommern.
Entspannung gibt es auch beim traditionellen Pferderennen ab Donnerstag auf der historischen Rennbahn von Bad Doberan. Organisatorin Simone Samrey sagte gestern, dass das Ostsee Meeting definitiv stattfinden werde. Von Donnerstag bis Sonntag werden rund 30 000 Besucher erwartet.
Nasse Füße gab es auch für die 3500 Punkfans bei 15. Festival «Force Attack» in Klingendorf bei Rostock. «Die Leute stehen im Matsch, trotzdem ist die Stimmung sehr gut», hieß es am Sonntag von den Veranstaltern. Auch die mehr als 40 Bands hätten sich unbeeindruckt gezeigt. 2010 hatte das dreitägige Festival noch rund 8000 Leute angelockt.
< zurück
> Hagelschauer sorg für Unfälle
> Frost im Land hat alles im Griff
> Obdachlosenheime trotz Kälte nicht voll
> Eiszeit überrascht Heizöl-Sparer
> Dauerfrost lässt Gewässer im Land zufrieren
> Samstag Früh Sturmflut an Ostsee erwartet
> Wieder Land unter in Teilen des Landes
> Greifswald unter Wasser
> Aquaplaning: Auto rutscht in Graben
> Unwetter zieht über Nordrügen
> Gefährliches Tauwetter
> Blitz-Eis-Chaos in MV - wohl noch bis mittags
> Gefährliches Blitz und Schulbus-Ausfälle
> Hotels im Verkehrschaos
> Unwetterschäden in Mecklenburg
> Unfallserie bei Glätte: Eine Tote
> Gullys von Eis befreit
> Hiddensee-Fähre bald wieder im Einsatz
> Landeszuschüsse für Hiddensee-Flüge
