Greifswalder Chemie-Professor würdigt Nobelpreisträgerin
07.10.2009 - Zur Chemie-Nobel-Preisträgerin Ada E. Yonath hat der Greifswalder Direktor des Instituts für Biochemie an der Universität, Professor Dr. Winfried Hinrichs, eine ganz persönliche Beziehung. Prof. Hinrichs kennt die Eiweiß-Forscherin aus ihrer Deutschlandzeit, die Israelin war bis zu ihrem 65. Lebensjahr in Hamburg, dann wurde ihre Forschungsgruppe aufgelöst, so der Greifswalder Forscher zum Privatsender ANTENNE MV: «Ich kenne persönlich die Ada Yonath (Israel), weil sie sehr lange in Hamburg gearbeitet hat als Leiterin einer Arbeitsgruppe von der Max-Planck-Gesellschaft. Als Person ist sie eine sehr freundliche und nette Frau. Sie fällt dadurch als Wissenschaftlerin auf, dass sie ungeheuer engagiert gearbeitet hat, sie kommt auch nachts an die Messplätze. Das, was sie gemacht hat ist dadurch nur möglich, wenn man engagierte Leute hat, um so große Projekte durchzubringen. Das ist nämlich so, dass sie eigentlich diejenige ist, die diese Ribosomen-Struktur-Untersuchungen initiiert hat experimentell und so gezeigt hat, dass es überhaupt geht.» Hätte Ada E. Yonath nicht aufhören müssen, wäre der Nobelpreis dieses Jahr nach Deutschland gegangen, sagte Prof. Hinrichs ANTENNE MV. «Wenn Sie zu diesem Thema mich fragen, dann stößt mir zu dieser Sache was ganz anderes auf. Ada Yonah ist jetzt 70 Jahre alt. Die Max-Planck-Arbeitsgruppen haben ihre Arbeit als sie 65 Jahre alt war einfach aufgelöst, sie zwangspensioniert, sie ist dann mit 65 einfach mehr oder weniger rausgeflogen. Weil einfach die Pensionsgrenze mit 65 Jahren da war und dann war Schluss. Die einzige Möglichkeit, die sie in den letzten Jahren hatte weiter zu machen, dass sie Gott sei Dank in Israel dann ihre Arbeitsgruppe hatte und da weiter machen konnte. Aber in Deutschland hat sie keine Basis mehr gehabt, das ist ein Dilemma.» Der Greifswalder Biochemiker begrüßt die Wahl des Nobelpreiskomitees. «Generell geht es um die Struktur und Funktion von den Partikeln in den Zellen, die in Tieren und Pflanzen vorkommen, die unsere Proteine synthetisieren. Die Proteine sind die Molekühle die alles regulieren und ablaufen lassen, was in einer lebenden Zelle vor sich geht. Der Forschungserfolg der Chemie-Nobelpreisträger bedeutet im Ernstfall, dass neue Antibiotika designt werden können, die Bakterien gezielt abtöten können.» Jeder Forscher strebe die Auszeichnung an, denn «abgesehen von der finanziellen Dotierung ist der Nobelpreis für einen Wissenschaftler das Höchste, was man erreichen kann», sagte der Direktor des Instituts für Biochemie an der Universität, Professor Dr. Winfried Hinrichs ANTENNE MV abschließend.



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