Für 2011 hat die EU die Heringsfangmenge in der Ostsee um weitere 30 Prozent gekürzt. In Deutschland dürfen noch 8763 Tonnen Hering gefischt werden, 5700 Tonnen davon von den Fischern in Mecklenburg- Vorpommern. Das sei nur noch ein Drittel der Fangmenge von 2008. Bereits 2009 hatten die Fischer eines der schlechtesten Ergebnisse seit der Wende eingefahren. Die Gesamterlöse der Kutter-und Küstenfischerei im Nordosten waren im Vergleich zu 2008 um knapp ein Viertel auf 10,1 Millionen Euro zurückgegangen. Nur in den Jahren 2004 und 1993 gab es noch schlechtere Erlöse.
Grund für die drastische Kürzung der Heringsfangmenge ist nach Angaben der Wissenschaftler des Instituts für Ostseefischerei die schlechte Bestandsentwicklung des Herings in den vergangenen Jahren. Frühestens 2012/13 könne mit einer leichten Anhebung der Quote gerechnet werden, sagte Kalhlfuß. Fischer, Institut und Landesregierung haben nach seinen Angaben einen lokalen Heringsmanagementplan erarbeitet.
Danach verpflichten sich die Fischer, über die festgelegten Quotenkürzungen hinaus, in der Heringsfangzeit an bestimmten Tagen ihre Kutter im Hafen zu lassen und so den Bestand während der Laichzeit zu schonen. «Für uns ist das ein großer Schritt», sagte Kalhfuß. Mit dem lokalen Managementplan wollen sich die Fischer Ausgleichszahlungen von der EU sichern, mit denen 50 Prozent der Ausfälle ersetzt werden sollen.
Doch das Vorhaben könnte laut Kahlfuß scheitern. Die EU wolle, dass darüber hinaus in der bereits stark dezimierten Fischereiflotte des Landes weitere Kutter stillgelegt werden. «Dafür gibt es jedoch keine Rechtsgrundlage», sagte der Chef der Kutter- und Küstenfischer.
Angesichts der anhaltenden Fangmengenbeschneidungen seien die 320
Fischer im Land auf die Ausgleichszahlungen angewiesen. «Wir wissen
für 2011 noch nicht, ob wir auf die Nase oder die Füße fallen.»
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