Sorge um Werften
27.10.2010 - Die Sonderförderung des Bundes für den Schiffbau wird nicht verlängert. Das hat Bundeswirtschaftsminister Brüderle angekündigt. Es geht um die Bundesbürgschaften, die derzeit 90 Prozent des Auftragswertes für einen Neubau abdecken dürfen. Damit soll den Banken eine Brücke gebaut werden, in die Finanzierung einzusteigen. Ohne diese Regelung wären nur Landesbürgschaften möglich, die aber höchsten 80 Prozent absichern dürfen.

Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik fürchtet, dass viele Banken jetzt eine Schiffsfinanzierung von vornherein ablehnen würden. Die IG Metall reagierte geschockt. "Der Wandel vom Container- zum Spezialschiffbau, der ja läuft und dringend nötig ist, ist damit deutlich schwerer geworden. Die 90 Prozent-Bürgschaften waren enorm wichtig für die Finanzierungen. Für die Werften in Mecklenburg-Vorpommern und anderen Teilen Deutschlands wird es immer schwieriger", so IG Metall-Sprecher Heiko Messerschmidt gegenüber ANTENNE MV.

Jetzt werden die Hoffnungen in die Kanzlerin gesetzt. Es wird spekuliert, dass die Aussage des Wirtschaftsministers Brüderle ein Alleingang war, der mit der Kanzlerin nicht besprochen war. Auch die IG Metall hofft, dass Merkel noch ihr Veto einlegt. "Wir appellieren an die Bundeskanzlerin, sich einzuschalten. Frau Merkel hat sich besonders eingesetzt für die Werften in Mecklenburg-Vorpommern, bei Wadan und bei Nordic Yards. Deshalb hoffen wir, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist", so Heiko Messerschmidt.



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